„Reichsbürger“ planen eine eigene Armee?

Eigentlich kann ich mir zwar auch bei den deutschen Reichsbürgern nicht wirklich vorstellen, liebe Freunde, dass diese eine eigene Armee planen würden, weil man dann wenn man mit den Reichsbürgern redet, ja, davon gibt es auch einige in Wien, zumindest was deren Aussagen betrifft, eher auf linke Anarchisten als auf rechte Haudegen schliessen würde, gerade aber die derzeitige Verallgemeinerung „Jeder Anhänger des Kaisertums Österreich wäre ein Reichsbürger“, sprich eine neue Form von faschistoiden Zügen, lässt es mir notwendig erscheinen, einmal über den monarchistischen Bereich aufzuklären.

Grundsätzlich bin ich in den letzten Monaten, gerade weil ich relativ häufig Crowdfunden bei Unternehmern bin nämlich wiederholt auf beide Arten von Kaisertreuen gestossen:

Reichsbürger bzw. Staatsverweigerer

Die Einen vertreten allen Ernstes die Ansicht, dass der Staat „Republik Österreich“ nicht existieren würde und leiten davon in der Folge ab, dass daher auch deren Gesetze nicht gelten.

Erstauntlicherweise leiten sie allerdings aus dieser Ansicht heraus dann auch ab, dass überhaupt keine Gesetze gelten würden.

Man also weder den Anweisungen der Republik zu folgen braucht, noch die Gesetze des Kaisertums Österreich zu befolgen braucht.

Und das ist der Grund, warum ich persönlich von Anarchisten, anstatt von Monarchisten reden würde.

Legitimisten

Denn das sieht wiederum die andere Gruppe, die Legitimisten vollkommen anders.

Diese sieht als Grundlage des Staates die 1867er Dezemberverfassung.

Und sie kämen nicht im Traum auf die Idee, dass keine Gesetze gelten.

Verstehen sogar, dass da der Grossteil der Gesetze der Republik bereits aus der Zeit vor 1918 stammt, diese Gesetze vollkommen in Ordnung wären.

Vertreten allerdings die Auffassung, dass da die Republik Österreich im Staatsgründungsgesetz vom 21.10.1919 erklärt, sich in keinerlei Rechtsnachfolge des Kaisertums zu befinden, die Republik eigentlich eine Besatzungsmacht ist.

Eine deutsche Besatzungsmacht, da es am 11.11.1918 der Wunsch gewesen wäre, Österreich in Deutschösterreich umzubenennen und an Deutschland anzuschliessen.

Wikipedia: Deutschösterreich

Und würden daher einen jeden Vorschlag, der zu einem Anschluss Österreichs an Deutschland führen könnte, in aller Form ablehnen.

Sehen den europäischen Zentralstaat zum Beispiel als einen Anschluss an Deutschland und sind stolz darauf, dass es auch Legitimisten waren, die von 1933 bis 1938 versuchten, den Einmarsch Hitlers in Österreich zu verhindern.

Die Presse: Otto von Adolf Hitler steckbrieflich gesucht

Würden aber sämtlichen Behörden Österreichs Folge leisten, weil man einer Besatzungsmacht bis zu deren Abzug in aller Form Folge zu leisten hat.

Arbeiten aber daran, dass Deutschland endlich geht.

Mediale Verfolgung

Sich also in permanenten Abständen hin zu stellen und ohne jemals zu erklären, welche Gruppen von Monarchisten man überhaupt meint, wenn man lapidar im Mainstream über „die Reichsbürger“ schreibt, diese global zu verurteilen, erscheint mir daher aus demokratischen Überlegungen heraus als durchaus bedenklich.

Denn: Der Wunsch der Errichtung einer konstitutionellen Monarchie, übrigens demokratischer als heute, so wie sich dies die Legitimisten wünschen, ist nicht nur Teil der demokratischen Gesellschaft, sondern auch durchaus durch die allgemeinen Menschenrechte der Vereinten Nationen aus dem Jahr 1948 gedeckt:

Artikel 19 (Meinungs- und Informationsfreiheit)

Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.

Es wäre daher nur einmal ehrlich, wenn die österreichische Medienlandschaft endlich einmal darüber berichten würde, wen sie unter „die Reichsbürger“ eigentlich meinen?

Oder sehen Sie das anders?

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Über Hans-Georg Peitl, Präsident

.) Präsident des Ordo templis liberalis - Die Templer - Humanistische Union Liberaler Entwicklung .) Obmann der Obdachlosen in der Politik, Österreichs christlich-liberaler Satire-Volkspartei .)Herausgeber des Liberalen Boten
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