Kaisertum Österreich und seine „deutschen“ Kaiser?

Nachdem ich immer wieder, wenn ich darauf verweise, dass das Ende des Kaisertums Österreich nicht auszumachen ist, dann auf die deutschen Kaiser angesprochen werde: Nach Ansicht der Obdachlosen in der Politik (ODP) hatte Österreich überhaupt nie deutsche Kaiser!

So weit zur Geschichte Österreichs.

Österreich entstand 976 n. Chr. als Mark Osterrichi, ein von dem bis heute bestehenden Freistaat Bayern vergebenes Lehen.

Wikipedia: Ostarrichi

Es wurde 1056 zum Erzherzogtum Österreich, welches es auch zu einer Zeit blieb, als Erzherzögin von Österreich und Königin von Ungarn Maria Theresia, nicht aber deutsche Kaiserin mit Franz I. Stephan von Lothringen  verheiratet war.

Wikipedia: Maria Theresia

1804 entstand im Rahmen einer Personalunion dann das Kaisertum Österreich.

Wikipedia: Kaisertum Österreich

Es wurde am 11.August 1804 von Erzherzog Franz von Österreich gegründet.

Da dieser in Deutschland Franz II des Heiligen römischen Reiches hiess, während dem er in Österreich den Namen Franz I von Österreich annahm, blieb es auch in weiterer Folge eine Personalunion.

Später sollen wir das selbe bei Kaiser Karl I von Österreich, Karl IV von Böhmen und Carol VI von Ungarn neuerlich erleben.

Eine Staatentrennung durch eine Personalunion.

Wikipedia: Personalunion

So gehen die Obdachlosen in der Politik (ODP) davon aus, dass der erste historische Zusammenführungsversuch der beiden Staaten 1918/19 in St. Germain erfolgte, als die Deutschösterreicher, die Sozialisten von 1918, versuchten Österreich zu Deutschösterreich umzubenennen, es an Deutschland anzuschliessen und in die Rechtsnachfolge des Kaisertums Österreich zu kommen.

Wikipedia: Deutsch Österreich

Dieses wurde von der Ententene abgelehnt.

So das es ab 1933 zu einem von 1938 bis 1945 erfolgreichen Zweitversuch unter Hitler kam, der allerdings wiederum von Otto von Habsburg, dem zu dieser Zeit amtierenden Kaiserkandidaten abgelehnt wurde.

Die Presse: Otto von Adolf Hitler steckbrieflich gesucht

Seit dem Tod Kaiser Karl I. am 1.April 1922 ist ja das Amt des österreichischen Kaisers vakant, weil es seit 1918 keine Herrenhaussitzung gibt, welche den Kaiser bestätigen könnte.

So jedenfalls ist dies in der von Kaiser Franz Josef I. am  21.12.1867 sanktionierten Dezemberverfassung vorgesehen.

Wikipedia: Dezemberverfassung

Die letzte namhafte Erwähnung finden wir übrigens im Rahmen des Habsburger Rechtsstreits von 1958 bis 1966:

APA: Habsburger Rechtsstreit (1958-66)

Hier tritt Otto von Habsburg aus dem Kaisertum Österreich, dem Haus Habsburg-Lothringen aus und tritt der Republik Österreich bei, so das damit geklärt ist, dass zu diesem Zeitpunkt beide Staaten noch existieren.

Sicher ist

.) Auch wenn man oftmals behauptet, dass Kaisertum Österreich und das deutsche Reich wären ein gemeinsamer Staat gewesen, so ist dies falsch. Richtig ist: Es gab mehrfach eine Personalunion.

.) Ebenso falsch ist es, wenn man behauptet, dass das Kaisertum Österreich 1918 geendet hat, weil ansonsten Otto von Habsburg 1961 keinen Staatsbürgerschaftswechsel hätte vollziehen können.

.) Auch die Aussagen, wer aller heute zu Tage Kaiser wäre, sind mit Sicherheit falsch, weil es ohne eine Bestätigung durch das Herrenhaus seit der Sanktionierung der Dezemberverfassung am 21.12.1867 kein Antreten des Amtes Kaiser mehr gibt.

Wie sagte Kreisky so schön:

Lernen Sie Geschichte!

Ganz ehrlich: Er hatte Recht.

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Über Hans-Georg Peitl, Präsident

.) Präsident des Ordo templis liberalis - Die Templer - Humanistische Union Liberaler Entwicklung .) Obmann der Obdachlosen in der Politik, Österreichs christlich-liberaler Satire-Volkspartei .)Herausgeber des Liberalen Boten
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