Populismus: Ist Volksnähe verwerflich?

Eigentlich erstaunlich, liebe Freunde, dass zwar heute zu Tage einem Jeden unter Euch bewusst ist, wovon man spricht, wenn man von der österreichischen Population, der Bevölkerung Österreichs spricht, die Menschen aber, sobald ein Politiker, eine Politikerin als populistisch, also volksnahe gilt, man den selben Politiker, die selbe Politikerin windschief anschaut. 

Populistisch zu sein ist also in den Augen Zahlreicher, vor Allem aber in den Augen der heutigen Politiker und Politikerinnen, offensichtlich nicht in.

Duden: Populismus

Dabei: Schaut man sich die Bundesverfassung von 1929, also die Kelsenverfassung an, welche mit dem Artikel 1:

Österreich ist eine demokratische Republik. Das Recht geht vom Volke aus

beginnt, so müsste man sich fragen:

Hat denn nicht ein jeder Politiker/eine jede Politikerin populistisch, also volksnahe zu agieren?

Was ist das Negative an einer Demokratie?

Herkommen tut dieses Negativdenken über Populismus übrigens noch aus einer Zeit vor 1848, oder gerade aus dieser Zeit, dem Biedermeier, einer Zeit in welcher Franz Freiherr von Pillersdorf die Forderung aufstellte:

Der Kaiser soll gemeinsam mit dem Volk regieren!

Was letztlich den Adel in zwei Gruppen teilte:

Die Absolutisten und die Volksadeligen. Die Demokraten.

Der Volksadel oder auch die Christlich Liberalen, aus deren Gedanken heute zu Tage die Obdachlosen in der Politik (ODP) hervorgehen.

Immer schon im Kampf mit den Absolutisten, welche das Mitspracherecht des Volkes als negativ empfanden. 

Die Demokraten.

Denn mit Franz Freiherr von Pillersdorf kamen zum ersten Mal demokratische Gedanken auch nach Österreich.

Nicht erst 1918, wie uns die SPÖ verkleckern will.

Da bestand schon längst eine demokratische, übrigens demokratischere Verfassung, als die heutige. Die Dezemberverfassung.

Wikipedia: Dezemberverfassung

Und schon damals beschwerten sich die Absolutisten darüber, dass die Volksadeligen dem Volk viel zu nahe, also populistisch wären.

Rückkehr zum Biedermeier?

Wenn sich die heutigen Politiker und Politikerinnen also dazu entschlossen haben, „populistisch“ wieder als Negativwort zu werten, sich also darüber beschweren, dass andere Politiker/Politikerinnen im Sinne der Kelsenverfassung zu volksnahe agieren, dann kann dies nur bedeuten:

Sie sehen sich als Nachfolger der Absolutisten vor 1848.

Einer Zeit, in der der Biedermeier öffentliche Veranstaltungen untersagte. Keine Demokratie bestand. Und öffentliche Versammlungen untersagt waren.

Und ganz ehrlich:

Diese Zeit brauche ich nicht noch einmal!

Sie?

Übrigens: Das Erste was Kaiser Karl I. 1916 bei Amtsantritt tat, war die Wiedereinberufung des Reichsrats. Er war also Demokrat.

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Über Hans-Georg Peitl, Präsident

.) Präsident des Ordo templis liberalis - Die Templer - Humanistische Union Liberaler Entwicklung .) Obmann der Christlich Liberalen - Österreichs rot-grüner Volkspartei .)Herausgeber des Liberalen Boten
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