Südtirol: Österreich ist nicht deckungsgleich

„Warum es eigentlich so wesentlich wäre, welche Staatsform Österreich hat?“ hat mich am gestrigen Tag Einer auf meinen Crawding Touren gefragt, „Das Staatsvolk bliebe ja das Gleiche.“

Und er war glaube ich ziemlich überrascht, als ich ihm widersprechen musste.

Es ist nämlich so, dass zu einem Zeitpunkt als die Deutschösterreicher, also die Vorgänger der heutigen Sozialisten und ÖVPler in St. Germain um das Ende des Ersten Welt verhandelten, der Erste Weltkrieg schon lange zu Ende war.

Bereits seit dem 04.11.1918.

4.November 1918: Das Ende des 1.Weltkriegs

Erreicht durch den letzten General der k. & k. Armee in Italien. Den Edlen Viktor Weber von Webenau.

Wikipedia: Edler Viktor Weber von Webenau

Dem Leiter der Waffenstillstandskommission.

Meinem Grossonkel.

Der den in die Geschichte eingegangenen Waffenstillstand der Villa Giusti erlangte.

Ein Waffenstillstandsabkommen, welches de fakto bereits einen Friedensvertrag verkörpert, weil hierinnen bereits die Nachkriegsgebietsverteilung festgehalten ist.

Wikipedia: Waffenstillstand der Villa Guisti

Karl I. im Urlaub

Das ist auch der Grund warum man am 11.11.1918 den Kaiser Karl I in Schönbrunn fand. Der Kaiser war nach dem Krieg einige Tage auf Urlaub.

Der Unterschied zwischen dem Waffenstillstand und Friedensabkommen vom 4.11.1918, also dem in der aktiven Zeit Kaiser Karl I. und den später grundlos in St. Germain geführten Verhandlungen ist übrigens gewaltig.

Südtirol. Welches nach dem ursprünglichen Friedensvertrag bei Österreich verblieben wäre.

Kein Wunder: Österreich war zum Zeitpunkt des Kriegsendes im Vormarsch. Hatte gerade die 12. Isonzoschlacht gewonnen. Stand an der Piave.

Wikipedia: Piaveschlachten

Verhandlungen in St. Germain

Wenn man sich dann noch überlegt, dass man auch in St. Germain nicht genau wusste, über was man mit den Deutschösterreichern eigentlich verhandeln sollte, sicher war nur:

.) Einen Anschluss an Deutschland wollte man von Seiten der Ententene auf jedenfall untersagen:
Interessant wenn man sich überlegt, dass man Österreich heute wieder in einem Zentralstaat Europa auflösen will. Der verzicht des Anschlusses an Deutschland ist übrigens bis heute schriftlich festgehalten.

.) Österreich durfte sich nicht in Deutschösterreich umbenennen.
Interessant das in Artikel 1 des Staatsgründungsgesetzes vom 21.10.1919 dennoch von Deutschösterreich die Rede ist. Findet ihr nicht?

.) Die Deutschösterreicher sollten sich in keinerlei Rechtsnachfolge des Kaisertums befinden:
So das sie meinem Verständnis nach Südtirol eigentlich gar nicht hätten verschenken können.

Republik und Kaisertum sind nicht deckungsgleich

Da also die Republik niemals in die Rechtsnachfolge des Kaisertums geschlüpft ist, stellt sich die Frage, wann dann das Kaisertum eigentlich endete.

Oder: Ob bis heute de fakto beide Staaten erhalten sind.

Zwei Staaten, die sich auf dem selben Staatsgebiet, befinden.

Nicht aber deckungsgleich sind.

Das sie sich in keiner Rechtsnachfolge befinden, wurde übrigens von der Republik Österreich im Staatsgründungsgesetz vom 21.10.1919 ja schriftlich festgehalten:

Ist daher amtlichen Dokumenten entnehmbar.

Verstehen Sie jetzt, warum wir Obdachlosen in der Politik (ODP) die Meinung vertreten, man sollte nach 100 Jahren vielleicht doch einmal langsam nach einer gemeinsamen Lösung für das „Problem Republik und Kaisertum“ suchen?

Was meint Ihr?

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Über Hans-Georg Peitl, Präsident

.) Präsident des Ordo templis liberalis - Die Templer - Humanistische Union Liberaler Entwicklung .) Obmann der Christlich Liberalen - Österreichs rot-grüner Volkspartei .)Herausgeber des Liberalen Boten
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