Gewerkschaft der Menschen an der Armutsgrenze: Neues aus Östereichs Armutswelt

Irgendwie hatte ich bisher ein wirklich schlechtes Gewissen, weil es mir im Sommer nicht gelungen war, die Schreckbilder von den Zigarettenpackungen wieder weg zu bekommen. Mir Sorgen machte, dass die Gewerkschaft der Menschen an der Armutsgrenze versagt hätte. Die Behinderten ihre Arbeitsplätze in den Tarafiken verlieren könnten. Bis ich heute von einer  Trafikantin mitgeteilt bekam:

„Lassen sie die Bilder ruhig auf den Zigarettenpackungen. Die Menschen rebellieren. Und seitdem die Schreckbilder auf den Zigarettenpackungen sind, ist der Verkauf der Rauchwaren daher deutlich gestiegen.“ Während die EU also versuchte, mit Schreckbildern die Menschen vom Rauchen abzubringen, damit so hatte ich es bisher gesehen nicht einmal Rücksicht auf die Behindertenarbeitsplätze nimmt, hat man offensichtlich genau das Gegenteil erreicht.

Die EU gedachte es schlecht zu machen, Gott aber machte es gut.

Genau das macht unsere Arbeit manchmal schwierig.

Schwierig, weil wir als Gewerkschaft der Menschen an der Armutsgrenze uns fragen müssen, wie sich letztendlich eigentlich eine Handlungsweise, so sinnlos sie auch zu sein scheint, letztlich wirklich auswirkt.

Ein Teil unserer Arbeit. Die Situationseinschätzung.

Die Behindertenarbeitsplätze in Trafiken sind also gesichert, auch wenn der Umsatz der Printmedien weiter fällt. Sprich: Das Zeitungswesen in den Trafiken langsam uninteressanter wird.

Weil ja die Printmedien durch den Rückgang der Leserzahlen gezwungen sind, mit Kaffeeautomaten, Vignetten und vielen mehr auch noch zu versuchen, die Menschen zu Abos zu veranlassen, die noch als Leser geblieben sind.

Der tägliche Direktverkauf also rückgängig ist.

Rückgängig wie der Verkauf der E-Zigaretten, weil man bei den Explosionen in den Hosentaschen mancher Kunden dieser Produkte vergass mitzuteilen um welche Produktlines es sich handelt.

Fast so, als würde man bei einem Supermarkt, bei welchem eine Rückholaktion stattfinden muss nur sagen würde: Kauft nicht bei Billa.

Während man allerdings von den E-Zigarettenunternehmern weiter erwartet, dass sie die selbe Steuerbelastung weiterzahlen wie bisher.

Denn: Man zahlt ja nicht Ist-Werte, sondern man wird eingestuft. So das man weiter die selbe Steuerhöhe zahlt, während dem die Umsätze vielleicht zurückgehen.

Der Steuerprozentanteil hierdurch automatisch steigt.

Womit wir zu einem weiteren Problemfeld kommen. Die nicht vorhandene Scheiterkultur.

Denn was die Scheiterkultur in Österreich betrifft, so hat man sich noch nie Gedanken wegen einer zweiten Chance gemacht.

Nun, vielleicht im Kleinen. Mit einem Zweitebankkonto, oder aber mit einem Privatkonkurs. Aber: Hiermit ist man letztendlich 7 wichtige Jahre seines Lebens ausser gefecht.

Wie hatte man mir früher gesagt: Einmal ein Obdachloser. Immer ein Obdachloser.

Ein weiteres Tätigkeitsfeld einer Gewerkschaft an der Armutsgrenze. Die normale Überlebenssicherung.

Womit ich mich fragen möchte, ob es denn den neuen Bundespräsidenten nicht stören wird, wenn er in Zukunft sagen müsste:

Während dem ich mich darum bemühte, die Bundespräsidentenwahl zu gewinnen und die gesamte Aufmerksamkeit sämtlicher Medien auf mich zog, sind mir leider aus Gründen der im Oktober vergessenen Aprillösung, sie wissen schon, die Öffnung der öffentlichen Bauten für Obdachlose über den Winter, die Obdachlosen im Freien im Schnee erfroren.

Denn diese sitzen derzeit, so wie es das Artikelbild zeigt im Moment immer noch tagsüber zitternd in den U-Bahnstationen, während sie am Abend auch von dort ins Freie gestampert werden.

Denn: Die U-Bahnstation ist doch kein Nachquartier. So die Gemeinde.

Womit ich vielleicht erklärt habe, worin der Aufgabenbereich einer Gewerkschaft der Menschen an der Armutsgrenze besteht.

Sie fragen, warum das nicht die Politik macht?

Gute Frage. Ganz ehrlich? Das frage ich mich auch.

Über Hans-Georg (von Webenau) Peitl, Präsident

.) Präsident des Ordo templis laborate - Die Templer - Gesellschaft christlicher Journalisten/innen .) Obmann der Christlich Liberalen .)Herausgeber des Liberalen Boten
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