Was eigentlich ist Helikoptergeld?

Verhungern vor vollen Schüsseln? Löffel für die Bürger! Noch nie in der Geschichte gab es – zumindest in der westlichen Welt – einen derartigen Überfluß an Waren und Dienstleistungen wie wir ihn heute erleben, aber nicht ausreichend konsumieren können. Es ist geradezu pervers, dass die Geschäfte und Lager voll, die Geldbörsen der Bürger aber leer sind.

Darüber hinaus gibt es auch noch genügend Produktionsmittel an denen die Menschen arbeiten und jene Produkte erzeugen, die wiederum die Lager und Geschäfte nachbefüllen, die sie sich selber aber zum großen Teil gar nicht mehr leisten können. Ein teuflischer Kreislauf nach unten.

Was ist da los? Worin liegt das Problem? Hier seien einmal die 2 Phänomene – Inflation und Deflation – vereinfacht erklärt.

Bei einer Inflation sind zu wenig Waren und Dienstleistungen im Verhältnis zur Geldmenge verfügbar. Erhöht man nun künstlich die Geldmenge über die Notenpresse, so bewirkt dies nur, dass der Geldwert immer mehr verfällt, die
Inflation sozusagen galoppierende Ausmaße annimmt. Denn Waren und Dienstleistungen sind nicht willkürlich vermehrbar, Geld hingegen aber schon.

Bei einer Deflation – wie wir sie beinahe schon erleben – ist zu wenig Geld für die Bürger verfügbar im Verhältnis zur großen Menge an Waren und Dienstleistungen. Weil Geld –wie oben schon gesagt – willkürlich vermehrbar
ist, könnte die Notenbank ganz einfach die Geldmenge anheben, um dieses
Phänomen zu beseitigen.

Also was tun? Und wie?

Helikopter-Banking“ lautet so ein Schlagwort, das meint, dass man Geld einfach von einem Hubschrauber aus über den Menschen abwerfen und somit breit verteilen sollte, um die Deflation zu bekämpfen.

Eine Idee von Milton Friedman, Wirtschafts-Nobelpreisträger 1976, heute propagiert von Ben Bernanke, Ex-Chef des Federal-Reserve-Board in den USA. Eine richtige Metapher, die man jedoch in machbare Modelle umformen muss.

Zum Beispiel könnte man die Wörgler Notgeld-Idee aus den frühen 1930-erJahren aufgreifen, um damit allen Bürgern mehr Kaufkraft zur Verfügung stellen!

Ein – von der Notenbank zu emittierendes – Sondergeld sollte in mehreren Phasen seinen Wert reduzieren – z. B. monatlich um 10 Prozent, damit es von den Bürgern auch tatsächlich für aktuelle Konsumzwecke ausgegeben wird.

Angenommen werden dürfte es nur von inländischen Kaufleuten und Handwerkern, die es wiederum über ihre Banken mit der Notenbank rückverrechnen. Als Einlage darf es von den Geldinstituten nicht angenommen werden – in ihrem eigenen Interesse und in jenem der Bürger.

Mit einem dahinschmelzenden Depot ist nämlich niemandem gedient.

Man stelle sich jetzt vor, jeder der 8 Millionen österreichischen Bürger bekommt ohne Unterschied einen Betrag von 1.000 Euro Sondergeld direkt von der OeNB zur Verfügung gestellt. Das wäre eine Kaufkraft von 8 Milliarden EURO, die eine unmittelbare Konjunkturrakete zünden würde.

EU-weit angedacht wären das 500 Milliarden EURO, die nicht über diverse Rettungsschirme den Banken und Pleitestaaten sondern direkt den Menschen zu Gute kämen.

Die Bürger wären als Konsumenten glücklich, Handel und Gewerbe ebenso, auch der Finanzminister wegen der vermehrten Steuereinnahmen in Milliardenhöhe.

Aber auch die Notenbank, die aus dem Dilemma der Deflationsängste herauskäme, Inflationsängste jedoch nicht zu befürchten hätte, weil diese künstlich erzeugte Geldmenge schon wieder verbraucht wäre, noch bevor die Geldentwertung eine galoppierende Phase erreicht.

Abschließend meine ich, dass man diese ultima ratio zur Lösung eines volkswirtschaftlichen Problems ernsthaft überdenken, praktisch ausformulieren und so rasch wie möglich umsetzen sollte. Denn: es gibt nichts Gutes, außer
man tut es. Dies gilt auch für die Geldpolitik.

DDr. Werner Königshofer Wattens, am 21. August 2016

Über Hans-Georg (von Webenau) Peitl, Präsident

.) Präsident des Ordo templis laborate - Die Templer - Gesellschaft christlicher Journalisten/innen .) Obmann der Christlich Liberalen - der klassisch-liberalen (Satire-) Volkspartei .)Herausgeber des Liberalen Boten
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