Antwort an Spektrum.de: Wird Liberalismus durch Christen „rechts“?

Zu meinem grössten Erstaunen, liebe Freunde,finde ich am heutigen Tag auf der Suche nach Informationen zu weiteren Christlich Liberalen, also Ursprungsliberalen, einen Artikel des Spektrums.de, in welchem erklärt wird:

Sollten sich nun doch noch mehr christliche Einflüsse in den Liberalismus „verirren“ so wäre der Liberalismus irgendwann rechts.

Denn: Dann könnte die Trennung von der Friedrich-August-von-Hayek-Gesellschaft erfolgen.

Spektrum.de:Wird „liberal“ das neue Rechts? Wie braune und rote Kollektivisten die Traditionen der Freiheit kapern (wollen)

Und ich denke mir: Komisch. Liberal bin ich schon. Wer aber ist die Friedrich-August-von-Hayek-Gesellschaft? Ist diese Trennung vielleicht längst geschehen?

Wir sind Templer. Und: Diese sind bereits seit dem Jahr 1118, seit der Gründung durch Hugo de Payen, Ordensregeln von Bernhard von Clavauxe, also dem franzöischen Landadel, liberal.

Wundere mich also darüber, dass man den christlichen Einfluss im Liberalismus füchtet.

Wundere mich, denn:

1.) Waren alle Entwickler des ursprünglichen politischen Liberalismus durch die Bank praktizierende Christen:

Sowohl in Österreich: Mit Franz Freiherr von Pillersdorf.
Wikipedia: Franz Freiherr von Pillersdorf

Als auch international: Mit Alexai Nikolaiowitsch Tolstoi
Wikipedia: Leo Tolstoi

2.) War der Liberalismus immer schon gegen die Abspaltung des Kommunismus und Sozialismus gerichtet, nach der Abspaltung dann aber auch nicht mehr bereit zur Zusammenführung

und

3.) Hatten all die Mitbegründer des Liberalismus, die übrigens alle aus dem Adel stammten, zuerst eines im Blick:

Den Erfolg ihres Landes. Den sie daraus erwachsen sahen, dass der Adel und das Volk gemeinsam kooperierten.  Das Volk also möglichst grosse Anteile der Entscheidungsgewalt übernahm.

Nur wäre mir dieser Gedanke niemals als rechts vorkommen. Rechts ist für mich hierarchisch. Das aber ist allumfassend.

Und bei genauerer Überprüfung: Biblisch.

Offb 20,6
Selig ist der und heilig, der teil hat an der ersten Auferstehung. Über diese hat der zweite Tod keine Macht; sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre.

Der Ursprung des Liberalismus liegt also im Christlichen.

Bei gleichzeitiger Berücksichtung von:

Lk 10,27
Er antwortete und sprach: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst« (5.Mose 6,5; 3.Mose 19,18).

Wenn also nunmehr die Neoliberalen vor den christlichen Einflüssen im Liberalismus warnen, so frage ich mich: Woher nehmen sie ihren Liberalismus?

Oder: Wo bleibt bei Neoliberalen der Ursprungsliberalismus.

Denn: Liberalismus enthält keine christlichen Einflüsse, sondern Liberalismu entstammt der christlichen Natur,

Einer Grundprägung, welche zugegeben über die Jahrhunderte zum Teil verloren ging.

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Über Hans-Georg (von Webenau) Peitl, Präsident

.) Präsident des Ordo templis laborate - Die Templer - Gesellschaft christlicher Journalisten/innen .) Obmann der Christlich Liberalen - der klassisch-liberalen (Satire-) Volkspartei .)Herausgeber des Liberalen Boten
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2 Antworten zu Antwort an Spektrum.de: Wird Liberalismus durch Christen „rechts“?

  1. Lieber Herr Peitl,

    den oben verlinkten Artikel habe ich geschrieben – und ich verstehe mich ausdrücklich ebenfalls als (evangelischer) Christ! Nirgendwo behaupte ich, dass Liberalismus und Christentum zueinander in Widerspruch stünden, im Gegenteil: In mehreren Texten und Vorträgen habe ich auf die auch religiösen Wurzeln des Liberalismus und die religionsbezogenen Arbeiten von Friedrich August von Hayek verwiesen, z.B. als Vortrag hier:
    http://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/freiheit-profit-liberalismus-leben-ein/

    Was mit dem Liberalismus aber tatsächlich unvereinbar ist, ist m.E. linker, rechter oder auch religiöser Kollektivismus, der Menschen ihre individuellen Freiheiten – einschließlich der Religionsfreiheit – abspricht.

    Mit freundlichen Grüßen!

    • Danke für die Richigstellung. Nichts ist mir lieber, wie wenn ich korrigiert werde und dazu lernen darf.Ich hatte schon befürchtet, sie machen den christlichen Einfluss auf den Liberalismus dafür verantwortlich, dass wir zur Zeit einen Rechtsrutsch erleben. Und Liberalismus kann eigentlich weder rechts noch links sein, sondern in christlichem Sinne nur allumfassend.

      Ich glaube als überzeugt christlich-liberal denkender Mensch ihnen diesbezüglich durchaus zustimmen zu können. Die Grundlage des Liberalismus ist die Auflösung des Schubladendenkens. Nicht unbedingt der Schubladen, aber des Schubladendenkens: Meine Schublade ist besser als Deine.

      Eine Auflösung die von Grund auf im christlichen Glauben eigentlich vorgesehen ist:

      Lk 10,27 Er antwortete und sprach: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst« (5.Mose 6,5; 3.Mose 19,18).

      Zugegebener Massen aber leider viel zu selten gelebt wird. Was dann in der Folge dem Christentum den Liberalismus entzieht.

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