Ist das das gemeinsame Europa? (Gedanken eines ehemaligen EU Managers)

Ganz ehrlich, Freunde, ich möchte einmal ganz aufrichtig sein.

Eigentlich war ich 1995 vom Gedanken einer EU begeistert, weil man uns damals erklärte, dass der christliche Gedanke gestärkt werden würde. Und das es sich um ein grosses Friedensprojekt handelt.

Sah gute Chancen, dass ein christliches Europa funktioniert.

Und mit dieser Hoffnung übernahm ich 1998 dann auch den Auftrag der Firma Brainforce im Rahmen des INVEKOS Projektes. Die Förderung der österreichischen Landwirte durch die EU. Bei der Firma Gosch in Graz. Hatte die Hoffnung aktiv mitzuwirken.

Und: War das erste Mal enttäuscht. Enttäuscht, dass da so wenig auf die Menschen in der EU geschaut wird. Dachte mir: Diese EU schwächelt. Gehört verbessert.

Und deshalb entschloss ich mich drei Jahre später, 2001, auch dazu, die Projektleitung des INVEKOS Projektes im Rahmen der Agrarmarkt Austria, also im Bundesministerium für Landwirtschaft,  in Wien zu übernehmen.

Dachte mir: Wenn diesmal ich selbst verantwortlich bin, ja dann weiss ich ja, dass auf den Menschen geschaut wird.

Und musste wieder erleben, dass eigentlich nichts aus meinem Traum, aus meiner Vision, für ein gemeinsames Europa wurde.

Weil man sich dazu entschloss, mich einfach mit so viel Arbeit einzudecken, Arbeit aus anderen Projekten, das ich nicht zu meiner Arbeit kam. Schliesslich die Nerven verlor. Einfach alles hinschmiss.

Weil ich erkannte: So kann man das Ziel nicht erreichen.

Dabei habe ich niemals die Hoffnung aufgegeben, dass die EU so wie ich sie erträume auch funktionieren kann.

Ich entschloss mich daher in die EU Kritik zu gehen, Nicht um gegen die EU zu agieren, sondern um sie von Aussen zu verbessern. Die Verantwortlichen wach zu rütteln.

Letztendlich am Bau der EU, so wie ich sie 1995 verstanden hatte, mitzuwirken.

Ein Traum, der mich erst für ein Gemeinschaftsprojekt warm werden liess. Als Projekt begeisterte. Bis 2008 ganz ohne Reformvertrag.

Ein Glauben. Eine Hoffnung. Eine grosse Vision.

Musste aber erfahren: Wir werden nicht gehört.

Musste erleben, dass diejenigen, die ursprünglich glühende pro Europäer gewesen waren, ja die EU überhaupt erst erdachten, die Pan Europa Bewegung gegründet von Otto von Habsburg, langsam ebenfalls den Mut verlor.

Ganz offen bekannte: Wir haben uns Europa ganz anders vorgestellt.

Und durfte Kritiker erleben, die eigentlich pro Europäer waren, nur die Probleme in den Bereichen Neutralität, Demokratie und europäische Wirtschaft (TTIP, CETA) erkannten.

Redeten, ohne das man sie wahrnahm.

So das der Glaube an Europa langsam zu weichen begann.

Erlebte Entscheidungsträger in der EU, welche letztendlich von Innen heraus versuchten, die EU zu reformieren. Den alten Geist des Ursprungs wieder zu wecken. Aber ebenfalls ignoriert wurden. Bis man sie schliesslich aus ihren Jobs in der EU entsorgte.

Und so frage ich mich heute:

Wohin soll das Projekt EU eigentlich führen? Ein Europa ohne Menschen? So wie es Baba Wanga sagt?

Eine EU, die auf die Ratschläge ihrer Befürworter vergisst? Mitarbeitern, Wirtschaftsfachleute und Politikern einfach ignoriert?

Ist das das gemeinsame Europa?

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Über Hans-Georg Peitl, Präsident

.) Präsident des Ordo templis laborate - Die Templer - Gesellschaft christlicher Journalisten/innen .) Obmann der Christlich Liberalen - der klassisch-liberalen (Satire-) Volkspartei .)Herausgeber des Liberalen Boten
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