Es lebe der Journalismus!

Ganz ehrlich, Freunde. Wo sind die schönen Zeiten hin gekommen als ein Johann Wolfgang von Goethe in seinen Götz von Berlechingen den Satz: „Saget dem Kaiser er könne mich mal“ einbauen konnte. Ich meine, ohne dabei verfolgt zu werden.

Ohne darüber nachdenken zu müssen, ob ihn hierfür Einer verklagt. Ja, noch nicht einmal der Kaiser. Damals war Literatur eben noch Literatur und eben frei.

Ja, zur seligen Kaiserzeit. Der Zeit der Journalisten. Einer Zeit in der Presse- und Meinungsfreiheit bestand.

Heute muss ich mir jedes Mal, wenn ich einen Artikel fertig geschrieben habe, überlegen, ob ich diesen auch wirklich frei geben kann. Denn man erreicht mit dem Web ja eine ganze Reihe von Menschen.

Muss ich mir im Facebook überlegen was ich schreibe. Denn: Es unterliegt dem Presserecht.

Und das „frei geben“ geht eigentlich schnell. Denn Artikel werden heute zu Tage nicht mehr gedruckt. Man drückt nur einfach auf „veröffentlichen“. Schon ist er da. Eben: Frei gegeben!

Aber, ob er wirklich frei ist?

Muss mir überlegen, ob nicht irgendein Mensch beleidigt sein könnte. Und deshalb gleich zum Rechtsanwalt läuft. Das kann wie der Fall Boehmermann zeigt, schwerwiegende Folgen haben. Sich bis zur Staatsaffäre ausweiten.

Muss mir also die Chancen ausrechnen, ob man micht verklagt oder nicht. Und oftmals sind Artikel echte Zitterpartien.

Wenn man dann wirklich etwas Wichtiges, aber noch nicht Beweisbares veröffentlichen möchte, also investigativen Journalismus meine ich, so schreibt man am Besten „(satirische Betrachtung)“ oder „(philosophische Betrachtung)“ dazu.

Denn ansonst ist es fast sicher: Du bist schuld!

Ohne eine Klage geht es dann meist nicht ab.  Obwohl man selbst weiss, dass man eigentlich im Recht ist.

Muss mir bei einem jeden Bild die Herkunft überlegen. Damit man nicht letztlich einen Urheberschutz verletzt.

Denn: Das kann existenz bedrohend sein. Wenn man da einen Fehler macht. Geht gleich in die meherere tausend EURO Richtung.

Muss sich selbst in einem Wahlkampf überlegen, ob man sich traut, dort mit einzuschalten.

Denn wie es uns nach einem heiss geführten Wahlkampf nun beide Kandidaten vorführen:

Wenn der Wahlkampf zu eng geworden ist, oder auch noch Betrug mit im Spiel ist, so kann es in der Folge zu klagen gegen Journalisten und Journalistinnen führen, die darüber berichteten.

Kann entweder die Staatsanwaltschaft, oder aber das Medien Gericht mit eingeschaltet sein.

Muss man sich überlegen, ob man in dem Artikel auch tatsächlich überall die politische Correctness bewahrt hat. Nicht irgendein Wort nutzt, dass inzwischen auf dem Index gelandet ist. Teilweise auch ganze Werke. Ja, auch Weltliteratur.

Und so wird aus der Kunst des Schreibens, letztendlich die Kunst: Verfasse ein juristisches Meisterwerk.

Eigentlich schade!

Wen wundert es daher, dass der Grossteil der Berufskollegen inzwischen dazu übergegangen ist, ihre Artikeln nur noch von der APA/red zu beziehen?

Sie vielleicht noch leicht zu modifizieren, oder einfach apa/red also Urheber anzugeben.

Die Presse- und Meinungsfreiheit damit eigentlich ad absurdum führen um letztlich, all den gefährlichen juristischen Fallen zu entgehen.

Leider!

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Über Hans-Georg Peitl, Präsident

.) Präsident des Ordo templis liberalis - Die Templer - Humanistische Union Liberaler Entwicklung .) Obmann der Obdachlosen in der Politik, Österreichs christlich-liberaler Satire-Volkspartei .)Herausgeber des Liberalen Boten
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