Von Logen, Vereinen und weltlichen Orden

„Was eigentlich ist ein weltlicher Orden?“ hat mich unlängst einer gefragt und ich habe zugegebener Massen selbst erst einmal darüber nachdenken müssen.

Ich meine, wie man dies am Besten erklärt.

Ein jeder von uns kennt Orden. Diese hübschen kleinen Dinger, die jeden Opernball füllen.

Und deren Träger mächtig stolz macht, dass sie so einen Orden besitzen. Ohne über die ursprüngliche Bedeutung, nämlich Verantwortung, wirklich nach zu denken.

Non Goverment Organisation

Genauso wie ein jeder von uns NGOs kennt, Non Goverment Organisations, ein Begriff allerdings über den noch die Wenigsten wirklich nachgedacht haben.

Denn vor es Nicht Regierung Organisationen gibt, ja, da müsste es wohl auch Regierung Organisationen geben.

Und ja, die hatten früher einmal eine wirklich staatstragende Bedeutung.

Goverment Organisation

Zu Zeiten, als das Amt des Kaisers noch nicht vakant war, ja da waren es die Goverment Organisations die bei der Gestaltung des Staates mit halfen.

Da wurden diesen Menschen diese Orden nicht verliehen, damit sie sich damit schmückten, oder aber so wie heute noch manchmal vom Bundespräsident für herausragende Leistungen geehrt werden, sondern mit der Verleihung eines Ordens da wurde dessen Träger geadelt, was eigentlich nicht mehr heißt als:

Der Kaiser nahm sie in den Staatsdienst

Heute erinnert das Beamtentum noch an diese Zeit.

Und damit die Gruppen der geadelten in ihren Aufgabenbereichen organisiert waren, da gab es nicht nur das Metallstück, sondern es gab physisch diese weltlichen Organisationen. Die weltlichen Orden.

Neben den Logen und Buden, welche eigentlich nur Treffpunkte der denkenden Menschen waren, niemals aber Aufgaben übernahmen. Dies waren Denkerzirkel. Die Goverment Organisations aber aktiver Teil des Staatsapparats.

Franz Freiherr von Pillersdorf

Das revoltionäre an der Pillersdorfer Verfassung ist eigentlich, dass erstmalig 1848 ein jeder Mensch eine Non Goverment Organisation, eine NGO, einen Verein gründen konnte.

Den Staat also mit der Gründung einer Organisation mit Zielsetzung unterstützen konnte.

Und aus diesen Vereinen entstanden, ebenfalls 1848, die Parteien, die ursprünglich auch nichts Anderes als Vereine mit dem Ziel gewesen sind, in das Ober- oder Unterhaus zu kommen.

Was wirklich 1918 passierte

Wenn also die Sozialisten (SPÖ) und Christlich Sozialen (ÖVP) des Jahres 1918 stolz berichten, sie hätten den Adel abgesetzt, so meinen sie damit, sie haben die Staatsdiener und Staatsdienerinnen aus dem Staats Geschehen geschmissen.

Und wenn sie stolz berichten, sie hätten 1919 die weltlichen Orden aufgelöst, so heißt dies nicht mehr als: Sie haben Chaos geschaffen. Die staatlichen Vereine, die bis dahin Teile der Staatsaufgaben übernahmen aufgelöst.

Die Menschen also daran gehindert, den ihnen vom Staat auferlegten Aufgaben nachzukommen.

Die Menschen also, wenn sie behaupten, sie hätten sie frei gemacht, sie von der gesellschaftlichen Ordnung befreit. Was sie ja auch offen zugeben.

Die Christlich Liberalen brachten die Freiheit

Denn: Frei sich zu entfalten, dass hatten ja schon die Christlich Liberalen um Franz Freiherr von Pillersdorf bei der Wiener Revolution im Jahr 1848 erreicht.

Frei um die Gesellschaft mit zu gestalten, dass waren sie ebenso schon seit 1848.

Und frei von der Möglichkeit, den Staat mitgestalten zu dürfen, davon befreiten die SPÖ und ÖVP des Jahres 1918.

Kein Wunder also, dass eine Menge Menschen, die früher einmal im Staatsdienst, also bei Goverment Organisationen  mitgewirkt hatten, auch weiter in Vereinen tätig waren.

Es begann die sogenannte Zeit der Vereinsmeierei.

Vereinswesen von heute

Jeder, der mitwirken wollte gründete eben seinen eigenen Verein oder schloss sich bestehender Vereine an.

Und weil durch die Vielzahl der Vereine der Staat irgendwann die Übersicht verlor, so hat man sich letztendlich dazu entschlossen eine Zentrales Vereinsregister anzulegen.

Die Gründung der Vereine, so wie früher einmal die Goverment Organisations an die Ministerien, in diesem Fall das Innenministerium zu binden.

Was zwar bedeutet, dass der Staat zwar weiß, welchen Teil des Staates welcher Mensch zwar organisieren will, die Menschen wissen aber häufig nichts voneinander.

Und so entsteht Kongurrenz und Mehrfachbelegung, während andere Bereiche vollkommen unabgedeckt dahin siechen.

Das also, worauf die SPÖ und ÖVP wirklich im Jahr 1918 stolz sein könnte:

Sie haben ein beinahe unübersichtliches Chaos geschaffen.

Danke!

Advertisements

Über Hans-Georg Peitl, Präsident

.) Präsident des Ordo templis liberalis - Die Templer - Humanistische Union Liberaler Entwicklung .) Obmann der Christlich Liberalen - Österreichs rot-grüner Volkspartei .)Herausgeber des Liberalen Boten
Dieser Beitrag wurde unter Begrüssung veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.