Unsere wertlose Gesellschaft

„Was ich eigentlich damit gemeint hätte,“ hat mich gestern ein Facebook Freund gefragt, „als ich meinte, man habe die Chance 1.Mai ausgelassen. Im Prater wären doch eh alle Gruppen vertreten.“ Irgendwie stimmt dies schon, liebe Freunde. Und irgendwie auch wieder nicht.

Die Gruppen sind so Platz mäßig angesiedelt, dass es niemals passieren kann, dass ein Vertreter einer Gruppe mit dem Vertreter einer anderen Gruppe spricht. Jeder hat dort seine eigene Schublade. Möglichst weit entfernt von der anderen.

Man muss sich so wie beim Donauinselfest schon im Vorfeld dafür entscheiden,  in welche Schublade man eigentlich gehören will. Sich freiwillig zuordnet. Anstatt gemeinsam nach Wegen oder gar der Zukunft zu suchen. Einfach frei zu sein. Christlich. Liberal.

Nein, unsere Gesellschaft ist eher hierin wertlos geworden. Einsam statt gemeinsam.

Wo wohl das „Alleine kann ich nur verlieren, aber gemeinsam sind wir stark“ eines Vasil Levskis geblieben ist?

Erfährt man, von den Medien wer nun am Meisten für die Bundespräsidentenwahlen ausgegeben hat. So quasi als Wahlempfehlung. Als ob dies wichtig wäre.

Wertlos, weil kein Mensch mehr mit dem Anderen spricht. Wertlos, weil heute Werte rein in Zahlen festgehalten werden. Die Meinung jedes Einzelnen einfach nicht mehr zählt.

Sorry, Freunde. Aber zu Ostern (Palmsonntag) da schießen mir eben solche Gedanken durch den Kopf. Da suche ich nach Frieden. Frieden der nicht in Zahlen festgehalten werden kann. Und daher kann mir Ostern auch nicht lange genug dauern.

Frieden, den man nicht in Zahlen manifestiert. Der nicht käuflich ist.

Kriege, die kann man in Zahlen messen. Die kann man kaufen. Werden, so könnte man den Eindruck gewinnen, heute einfach bei Politikern bzw. Politikerinnen bestellt.

Da kennt man die Zahlen. So viele Soldaten gegen so viele Soldaten. So viele Kriegsschiffe, Panzer, Reiter. Das war schon immer so. Da weiß man alles. Und letztlich: So viele Gefallene.

Da muss geplant werden. Kriege kosten eben Geld. Und selbst dieses Geld ist von Grund auf „auf Heller und Pfennig“ hinaus kalkuliert.

Und obwohl wir all diese Zahlen kennen, habe ich nicht den Eindruck, dass dabei die wirklichen Werte erhalten geblieben wären.

Man heute noch wüsste, was ein Mensch wirklich zählt. Vielleicht was er kostet, nicht aber was er zählt.

Man nur noch daran glaubt, dass der Mensch käuflich ist. Und selbst die Menschenleben sind in Ziffern deklariert. Bei der Lebensversicherung, zum Beispiel.

Man meist gar nicht mehr weiß, für wen man eigentlich Politik, also Volks-oder Menschen- Vertretung betreibt. Doch: Wie immer für die eigene Schublade. Die einen dafür bezahlt.

Und wir sind daher, meiner Meinung nach, zu einer wertlosen (-freien) Gesellschaft verkommen.

Über Hans-Georg (von Webenau) Peitl, Präsident

.) Präsident des Ordo templis laborate - Die Templer - Gesellschaft christlicher Journalisten/innen .) Obmann der Christlich Liberalen - der klassisch-liberalen (Satire-) Volkspartei .)Herausgeber des Liberalen Boten
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