Alle … sind

Alle…sind? Ganz recht, Freunde, ein zweifelsfrei faschistoider Ansatz. Direkt undemokratisch. So wie immer wenn ein Satz mit „Alle…“ beginnt. Fast immer. Ich habe mich daher entschlossen, wenn ich solche Sätze vernehme, aus Gewohnheit einmal laut „FALSCH“ zu schreien. Eigentlich gleichgültig, wie diese Worthülse gefüllt wird.

Denn: Das „Alle…sind“ ist nur schwer zu glauben. Wird aber nicht von einem Jeden verstanden.

Da erkläre ich gestern im Cafe Public, einer Gruppe von Menschen, dass freiheitlich-liberal nicht unbedingt faschistisch sein muss und werde höflichst darum ersucht, einen Raum, den man als „Public“ also als öffentlich bezeichnet zu verlassen.

Weil ja alle Freiheitlichen faschistisch wären.

Erstaunlich für mich, weil ich nämlich noch selten einen Freiheitlichen getroffen habe, der seine Sätze mit „Alle…“ begann. Da wird in der Regel säuberlich getrennt.

Da gibt es einmal die Moslems, die in Ordnung sind und die Islamisten, die nicht in Ordnung sind.

Da gibt es die Flüchtlinge, denen geholfen werden muss und die Wirtschaftsflüchtlinge, denen man nicht helfen sollte.

Da gibt es die Linken, die politisch aktiv sind und die Linksextremisten, welche sich bei Demonstrationen mit den Rechten schlagen.

Und so könnte ich wohl noch einige Zeit mit den Aufzählungen fortfahren.

Aber: Keiner dieser Sätze beginnt mit „Alle…sind“.

Anderes höre ich da schon das eine oder andere Mal von Vertretern der linken Reichshälfte, welche mir erklären, dass alle Freiheitlichen Islam feindlich, Ausländer feindlich und daher faschistisch wären.

Und da ich selbst einem freiheitlich-liberalen Weltbild angehöre, so wie dies Franz August Schenk von Stauffenberg, der Gründer der Deutschen Freisinnigen Partei uns einst lehrte, ja von 1884 bis 1892 sogar im deutschen Reichstag vertrat, nun, bin ich verwirrt.

.) Franz August Schenk von Stauffenberg
.) Deutsche Freisinnigen Partei (DFP)

Bin ich verwirrt, weil man ja damit auch mir, dem Autor von Büchern wie „Freispruch für Arius, wie Juden, Christen und der Islam im Frieden leben könnten“ oder „Die Bergpredigt-Auf Dich kommt es an“ nachsagt, faschistoid zu sein.

Denn: Ich bin ja „Freiheitlich“, freiheitlich-liberal.

Schade eigentlich, dass wir Christlich Liberalen uns in Österreich nicht „freiheitlich liberal“ nennen dürfen, weil man hier das Wort „Freiheitlich“ schützen hat lassen. Fast so, als wenn man „Freiheit“ patentieren könnte. Obwohl, zugegeben wir auch immer wieder nach Synergien mit der FPÖ suchen.

Und gestern erfahre ich wieder, dass alle Freiheitlichen faschistisch wären und hierfür habe ich nur eine Erklärung:

Diejenigen, welche den freiheitlichen Gedanken globalisieren, alle Menschen die freiheitlich sind, als radikal erachten,  könnten unter Umständen selbst faschistoid veranlagt sein.

Finden Sie nicht?

Über Hans-Georg (von Webenau) Peitl, Präsident

.) Präsident des Ordo templis laborate - Die Templer - Gesellschaft christlicher Journalisten/innen .) Obmann der Christlich Liberalen - der klassisch-liberalen (Satire-) Volkspartei .)Herausgeber des Liberalen Boten
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