Flüchtlinge: Kardinal Schönborn fordert gesamteuropäische Linie

Grundsätzlich möchte ich unserem Kardinal Schönborn in keinster Weise widersprechen, wenn dieser meint Europa bräuchte eine gesamteuropäische Linie. Nur zweifle ich daran, dass man diese in den Ansichten Angela Merkels wiederfinden kann.

Schaut man sich nämlich den Osten Europas an, also die Visegrad Staaten Slowakei, Polen, Tschechien, Ungarn, ja auch Rumänien und als deren Vorbild Bulgarien, so scheint dort die Forderung Bojko Borrisows, die Aussengrenzen der EU gegen die Flüchtlinge zu schützen deutlich eher durchsetzbar zu sein, als die Forderung der deutschen Bundeskanzlerin die Flüchtlinge in Europa aufzuteilen.

Tagesschau: Scharfer Wind aus Prag gegen Merkel

Ja, auch die Österreicher haben sich inzwischen der Meinung Borrisows angeschlossen, wobei Außenminister Kurz (ÖVP) und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) davon sprechen, die weiteren Grenzen zu schützen, während Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) klar bekennt, die ursprünglich rein freiheitlichen Ansichten, die Zuwanderer wären für Österreichs auf Dauer nicht tragbar, zu teilen. Die Schliessung der Flüchtlingsrouten fordert.

Man ist sich also im Bezug auf Flüchtlinge offensichtlich in der österreichischen Innenpolitik auf breiter Ebene einig.

.)Salzburger Nachrichten – Flüchtlinge: Sebastian Kurz für weitere Grenzschließungen
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Ebenso scheint es auch in Deutschland nicht nur Kritik von den Oppositionsparteien wie der AfD zu geben, welcher wir übrigens am gestrigen Tag zum Erfolg gratulieren wollen. sondern auch CSU Mitglieder wie Horst Seehofer und zahlreiche CDU Abgeordnete in einem Brandbrief zu geben, die Selbiges kund tun.

.) Zeit: Horst Seehofer spricht von „massenhaftem Asylmissbrauch“
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Die Franzosen sind wohl insgesamt nach den Anschlägen von Paris eher hellhöriger geworden und so stand Marie Le Pen bei den letzten Wahlen knapp vor einem großen Wahlerfolg.

Spiegel – Absage an Merkel: Frankreich will keine weiteren Flüchtlinge aufnehmen

Und auch Holland und Grossbritannien gelten, geht es nach den Mainstream Medien, in diesem Thema schon lange nicht mehr als Vorbilder.

Handelsblatt: Briten und Holländer sind keine Vorbilder mehr

Die Nordstaaten wie Schweden, Norwegen und Finnland haben inzwischen ebenfalls bekundet, keine weiteren Flüchtlinge aufnehmen zu können und schaut man in den Südwesten, nach Spanien und Portugal, so ist der Schutz der Aussengrenze gegenüber Afrika seit je her beinahe selbstverständlich.

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.) Die Zeit: „Jetzt müssen andere Länder ran!“

Das was mich daher ein wenig verwundert ist, dass es Kardinal Schönborn für möglich erachtet, Europa für den bisherigen klaren Pro Flüchtlingskurs Angela Merkels gewinnen zu können. Bei dieser grossen Anzahl von „Flüchtlingspolitik Kritikern“.

Slowakei, Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Österreich, Deutschland, Frankreich, Holland, Grossbritannien, Schweden, Finnland, Norwegen, Slowenien und Kroatien (die zur Zeit die Grenzen dicht machen) und nicht mitgerechnet Zwergstaaten wie Liechtenstein, Luxenburg oder Malta.

19 von 27 Staaten. Das ist eine klare Mehrheit.

Ein einheitliches Europa scheint es der in Fragen „Flüchtlingspolitik“ daher ausschließlich im Ansatz „Wir nehmen keine weiteren Flüchtlinge“ zu geben.

Etwas, dass die EU-Konferenz am Mittwoch wohl zu berücksichtigen haben wird, wenn sie es vermeiden will, dass der Großteil der Staaten aufsteht und geht.

Denn: Die BREXIT-Abstimmungen Camerons stehen im Juni vor der Tür und gelten inzwischen als durchaus fragwürdig.

Es scheint daher deutlich logischer, dass man die Ansichten des bulgarischen Ministerpräsidenten Bojko Borrisows „Die Aussengrenzen gehören geschützt“ respektiert.

Finden Sie nicht?

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Über Hans-Georg Peitl, Präsident

.) Präsident des Ordo templis liberalis - Die Templer - Humanistische Union Liberaler Entwicklung .) Obmann der Christlich Liberalen - Österreichs rot-grüner Volkspartei .)Herausgeber des Liberalen Boten
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