Was Österreich über Bulgarien wissen sollte

Demonstration gegen den teuren EVN Strom.

Salzburger Nachrichten: Blitzbesuch von Mikl-Leitner und Doskozil in Bulgarien

Auch wenn ich der österreichischen Delegation, bestehend aus unserer Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und unserem Heeresminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) auf ihrem Weg alles Gute wünschen möchte:

Wer bei Ministerpräsident Bojko Borrisow erfolgreich sein möchte, sollte vor allem Christ und Mensch sein.

So erscheint es jedenfalls, wenn ich aus meiner Sicht in Haskovo (habe ja nunmehr seit 10 Jahren meinen zweiten Hauptwohnsitz in Bulgarien) mich darüber wundere, dass man den Menschen dort von Seiten der GERB nicht nur hilft, die Außenfassaden der Mehrfamilienhäuser zu reparieren, sondern auch sonst jederzeit für Probleme ein offenes Ohr zeigt. Der Bürgermeister Wechsel also ganz offensichtlich sich bereits knapp nach der Wahl positiv für die Menschen auswirkt.

Es wäre daher wahrscheinlich besser gewesen, wenn man als Delegationsleiter Außenminister Sebastian Kurz beauftragt hätte. Man also der EVP in Bulgarien die EVP aus Österreich geschickt hätte. Nun, jetzt kommt eben der Heeresbeauftragte. Ist eben einmal etwas Anderes.

Scheint fast so, als das man sich bis in die heutige Zeit von österreichischer Seite innerlich dagegen wehrt, sich einmal in die bulgarische Seele hinein zu versetzen. Denn: Es ist nicht das erste Treffen der Österreicher und Bulgaren. Historisch waren die beiden Länder früher die besten Freunde. Die heutige Distanz hat sich erst später gebildet.

Gerade durch militärische Entscheidungen

So hört man in Bulgarien bis heute den Vorwurf „Bulgarien hätte aus Gründen des Anratens Österreichs durch Erzherzog Franz Ferdinand (Franz Ferdinand Carl Ludwig Joseph Maria von Österreich-Este) im Ersten Weltkrieg den Zugang zum Mittelmeer verloren“.

Offensichtlich war das Thema 1.Weltkrieg zwischen Österreich und den Bulgaren schon vor der Ermordung des Thronfolgers in Sarajevo erwähnt. Hatte Bulgarien Österreich schon zuvor die bulgarische Hilfe zugesichert.

Nimmt es Österreich anscheinend den Bulgaren bis heute übel, dass sich die Bulgaren im zweiten Weltkrieg vom Hitler Regime abgewendet haben. Sie auf die Seite der Russen wechselten, als Baba Wanga den Bulgaren mitteilte, Hitler würde den Krieg verlieren. Hitler als „keinen guten Menschen“ bezeichnete (Übrigens noch bevor die Deutschen mit dem Holocaust dann richtig loslegten. Die Bulgaren als eines der wenigen Völker Europas Juden versteckten).

Es gibt aber auch aktuelle Verwundungen:

Da ist zum Beispiel die Tatsache, dass die EVN zwar den Strom durch Sonnenvoltaik günstig auf den Dächern Bulgariens produziert, teuer aber an die Bulgaren verkauft. Deutlich teurer, als diese früher den russischen Atomstrom bezogen.

Problematisch, weil das Durchschnittseinkommen in Bulgarien zwischen 200 und 300 Euro pro Monat liegt, der Strom aber das selbe kostet, wie in Österreich. Die Menschen mit Strom heizen.

Türkeikurs EU

Und da ist die Tatsache, dass die EU insgesamt, in den Augen der Bulgaren einen deutlich zu freundlichen Türkei Kurs fährt.

Immerhin war Bulgarien 500 Jahren, bis Wassil Levski (1871) von den Türken besetzt und konnte sich 1956 nur mit der Hilfe der Russen gegen eine neuerliche Eroberung wehren. Die Reisefreiheit (Visa-Freiheit) und EU-Mitgliedschaft der Türken ist daher für die Bulgaren vollkommen unvorstellbar. Auch wenn Bulgarien heute eine eigene Türkenpartei im Parlament sitzen hat.

Es gibt daher, außer dem eigentlichen Thema „Flüchtlinge„, ein Thema wo Borrisow bereits darauf verwiesen hat, selbst bremsen zu wollen, noch zahlreiche andere Themen.

Man darf sich aber aus Gründen des bulgarisch-türkischen Verhältnisses und der großen Armut im Land nicht darüber wundern, wenn Borrisow die Meinung vertritt: „Wenn man den Türken hilft, so sollte man auch den Bulgaren helfen“.

Denn, wie gesagt: Probleme werden in Bulgarien menschlich gelöst. Und man gewinnt Achtung, wenn man auch als Mensch auftritt.

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Über Hans-Georg Peitl, Präsident

.) Präsident des Ordo templis liberalis - Die Templer - Humanistische Union Liberaler Entwicklung .) Obmann der Christlich Liberalen - Österreichs rot-grüner Volkspartei .)Herausgeber des Liberalen Boten
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