Europa, ein Friedensprojekt?

Staatenbundpläne von 1914

„Warum wir eigentlich gegen ein Vereintes Europa wären?“ hat mich am gestrigen Tag nach meinem Artikel über das Aus der EU jemand gefragt und hierbei nur mein grösstes Erstaunen geerntet.

Erstaunen, weil ich mich selbst eigentlich nicht als EU-Gegner sondern als EU-Kritiker betrachte, der allerdings den derzeitigen Versuch in seiner Unzulänglichkeit hinterfragt.

Ich kann nämlich die Art und Weise, wie man versucht ein Vereintes Europa zu bilden, einfach nicht nachvollziehen.

Ich kann nicht verstehen, wie ein Europa funktionieren soll, in welchem die Menschen kein Mitspracherecht mehr haben. Man den Menschen also versucht Rechte, welche sie vor dem Versuch der Vereinigung, siehe Volksabstimmungen wie Zwentendorf oder Hainburger Au, schon hatten, wieder zu entziehen.

Ich kann mir ein Europa nicht vorstellen, welches so wie vor 1914, versucht, den Staat von einer zentralen Stelle aus, gleichgültig ob diese nun Wien, Berlin oder Brüssel heißt, zu verwalten.

Und ich kann mir ein Europa nicht vorstellen, in welchem die Politiker und Politikerinnen nicht auf die von ihnen verwalteten Landstriche schauen, sondern nur darauf hören, was man ihnen von Brüssel, nein, was ihnen derzeit Berlin erzählt.

Sich die Politiker des einen Landstriches, siehe die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, als wesentlicher erachten, als diejenigen eines anderen Landstrichs.

Politiker wie Bojko Borrisow, Bulgarien, zum Buhmann des Vereinten Europas werden, weil sie ihrer Pflicht nachkommen, nämlich dem Schutz der EU-Außengrenzen und zwar nur, weil dies eine Politikerin eines anderen Landstrichs „befiehlt“.

KURIER: Flüchtling an bulgarischer Grenze erschossen

Der Großteil der europäischen Politiker und Politikerinnen dazu einfach nur schweigen, anstatt diese Selbstüberschätzung zurück zu weisen.

Und ich kann mir ein Europa nicht vorstellen, in welchem die Gegenkontrolle zur politischen Arbeit, die Gegenkontrolle durch die Medien offensichtlich fehlt. Die Pressefreiheit so wie vor 1848 einfach der Zensur weicht. Medial Behauptungen in den Raum gestellt werden, die bei genauerer Kontrolle wohl nur schwer haltbar sind.

Der Standard: Flüchtlinge – Mögliche neue Route könnte über Bulgarien führen

Und weil ich mir all dies nicht vorstellen kann, nein, aus der Geschichte Österreichs vor 1914 gelernt habe, dass dies einfach nicht funktioniert, so sehe ich mich nicht als Gegner des europäischen Gedankens, sondern als Gegner eines nicht funktionalen Models.

Das Ergebnis von 1914 war der erste Weltkrieg und ich, nun, ich bin ein Pazifist.

Denn: Den Wunschtraum eines Vereinten Europas, der Frieden, den suche ich auch, ich verstehe nur nicht, wofür die EU in der derzeitigen Bauweise, einen Friedensnobelpreis verdient.

ORF – EU: Bereits mehrfach nominiert

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Über Hans-Georg Peitl, Präsident

.) Präsident des Ordo templis liberalis - Die Templer - Humanistische Union Liberaler Entwicklung .) Obmann der Christlich Liberalen - Österreichs rot-grüner Volkspartei .)Herausgeber des Liberalen Boten
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