Chancen-Gleichheit für Alle

Ich glaube, so richtig haben mich am gestrigen Tag die Meisten nicht verstanden, als ich offen zugab, dass ich dem Gedanken von den Reichen alles zu nehmen um es den Armen zu geben nicht wirklich viel abgewinnen kann. Mich nicht verstanden, weil dies ja sowieso niemals passiert. Sind sie sicher?

Erlebt hat dies der österreichische Adel, als die Sozialisten 1918  all das was dieser in den Jahren angesammelt hatte,im Rahmen einer gesellschaftlichen Veränderung wegnahm, angeblich um es dem Volk zu übergeben und sich in der Folge selbst darüber als Verwalter einsetzten.

Ja, die Schlösser und Wohnungen der Adeligen, ja ihr Schmuck, ihr Besitz usw. plötzlich auf diesem Weg den Besitzer wechselten.

Glauben Sie mir. Ich arbeite bei einer Obdachlosen Zeitung bzw. gebe sogar diese hier heraus. Und ich würde mich freuen, wenn unsere Obdachlosen zu Etwas kämen.  Aber auf diesem Weg?

Umverteilung von Reich zu Arm

Dabei geht es noch schlimmer. In Russland zum Beispiel. Da hat man 1917, damit man den Besitz des Adels besser verwalten konnte, die Adeligen einfach getötet.

Und heute? Nun, da sitzen diejenigen, die damals die Umverteilung zum Volk vorantrieben, auf den Besitztümern des ehemaligen Adels und verwalten. Nach dem Ende des Kommunismus eben in eigener Verantwortung.

Und weil der Neid des Volkes inzwischen schon wieder steigt, so manch einer sogar eine neuerliche Revolute fürchtet, so bezahlt man eben teure Leibwächter. Söldner, die den Besitz schützen sollen.

Nein, die Umverteilung von Reich zu Arm führt zweifelsfrei, das kann man auf der Welt immer wieder beobachten zu neuerlichen Revolutionen.

Ein Kreislauf, den wir langsam durchbrechen sollten.

Abschaffung des Geldes

Schauen wir uns daher einen anderen Ansatz an. Da gründete sich zum Beispiel 1776 unter Weisshaupt in Deutschland eine neue Bewegung. Die sah die Lösung der Beendigung des Neids darinnen, das Geld einfach abzuschaffen. Hierdurch die Welt zu verbessern. Wir nennen dies heute die illuminierten Logen.

Ein frommer Ansatz übrigens. Wäre da nicht ein kleines Problem. Das nämlich das Geld ursprünglich dazu entwickelt wurde, um den Tauschhandel zu erleichtern.

Stellen sie sich vor, sie wären ein Fernsehgeräte Produzent und bräuchten eine Wurstsemmel.

Einmal abgesehen von der Frage, was ist wie viel wert, so erlebt man das Problem der Logistik. Den Fernseher auf den Rücken packen, um ihn gegen einer Wurstsemmel zu tauschen?

Oder: Die Waren alle kostenlos gestalten? Da kommen sicher viele!

Beides Ansätze die einem das Leben nicht gerade erleichtern. Die zwar gut gemeint, aber noch nicht unbedingt gut sind.

Ganz abgesehen davon, dass würde man das Geld, ja selbst das Bargeld, abschaffen, man sich fragen müsste: Und wer finanziert die Verwaltung?

Denn: Wo kein Geld fließt, da gibt es auch keine Steuern.

Steuerfreiheit

„Super“ hat mir gestern ein Unternehmer mitgeteilt, „Da bedarf es keiner Registrierkasse, denn: Was sollte ausgewertet werden?“

Wirklich super? Wenn der öffentlichen Hand das Geld fehlt? Dann gebe es keinen Straßenbau, keine Straßenreinigung, keine Stadtgestaltung, keine Polizei, keine Rettung, keine Feuerwehr und vieles, vieles mehr, dass aus öffentlichen Geldern bestritten wird.

All das wird letztlich durch ihr Steuergelder ermöglicht.

Ich habe mir daher am gestrigen Tag den Vorschlag, man solle doch die Einkommenssteuer und die Lohnsteuer abschaffen durch den Kopf gehen lassen und dann gemeint: „Ich glaube nicht, dass das die Welt verbessern würde“.

Denn: Woher bezieht dann die Verwaltung die für die notwendigen Ausgaben erforderlichen Mittel? Es seie denn, dass man all das privatisiert. Was wohl, bitte erlauben, spätestens bei der Armee zu einem unlösbaren Problem werden dürfte.

In diesem Moment regiert nämlich letztlich alleine der, dem die Armee gehört.

Schade, so manch ein Vorschlag ist einfach nicht bis zu seiner letzten Konsequenz durchdacht.

Womit ich wieder einmal zu meinem Lieblingsthema kommen möchte: Der Pillersdorfer Verfassung von 1848. Die diesbezüglich noch eine andere Idee ins Spiel mit einbrachte.

Nämlich:

Die Chancen-Gleichheit

Chancengleichheit bedeutet: Alle Menschen sollten die gleichen Verhältnisse vorfinden. Sollten die selbe Möglichkeit haben, sich zu entfalten.

Laut der Pillersdorfer Verfassung:

Jeder darf arbeiten, was er will,
Jeder jedes Unternehmen gründen welches er will,
jeder Mensch zahlt prozentuell den gleichen Anteil an Steuern,

und

Jeder kann sich im Rahmen einer bindenden Direkten Demokratie an allen öffentlichen Entscheidungen mit beteiligen. Jedes Amt erreichen.

Der Kaiser bzw. die Mächtigen können nichts alleine entscheiden. Es bedarf zumindest immer der Kontrolle eines Zweiten. Als Mitarbeiter des Volkes dienten zwei Kammern: Der Senat und das Parlament. Und für Spezialaufgaben gab es Ministerien.

Der Staat sind wir. Nicht so, wie Ludwig der XIV. dies sah, ein Vertreter des Absolutismus, sondern wir würden heute sagen: Im Sinne des Christlich Sozialen Schweizer Modells. (Wir haben dieses Modell anlässlich dessen, dass es die Christlich Sozialen des Landtagsclubs Niederösterreich des Jahres 1862 waren die Franz Freiherr von Pillersdorf in vollem Umfang rehabilitierten, nach ihnen benannt)

Der Staat wird hierbei als ein einziges großes Gemeinschaftsprojekt verstanden.

Ein Gemeinschaftsprojekt,  in welchem es um die gemeinsame Gestaltung unter der möglichst hohen Freiheit eines jeden Einzelnen geht.

Und weil wir bei diesem Modell alle gemeinsam der Staat sind, so fühlt sich auch niemand benachteiligt.

Man bezeichnete diese Anschauung zur Zeit der Wiener Oktoberrevolution als Christlich-liberal und die Weltanschauung wurde in der Folge von Egon Erwin Kisch, den Christlich Liberalen, oder medial Rasenden Reportern  in die Welt getragen.

Bis sich, nun ja, die Kommunisten nicht die Idee, aber den Ruf Egon Erwin Kischs aneigneten. Ich glaube nicht, dass Kisch jemals Kommunist geworden ist. Und: Wieder zum Modell der Umverteilung zurückkehrten.

So das die Weltanschauung, dass der Mensch der Staat ist, bis heute wieder vergessen wurde.

Eine Weltanschauung, deren Verwirklichung also bis in die heutige Zeit fehlt.

Advertisements

Über Hans-Georg Peitl, Präsident

.) Präsident des Ordo templis liberalis - Die Templer - Humanistische Union Liberaler Entwicklung .) Obmann der Christlich Liberalen - Österreichs rot-grüner Volkspartei .)Herausgeber des Liberalen Boten
Dieser Beitrag wurde unter Begrüssung veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.