Wien, die lebenswerteste Stadt der Welt?

Ganz ehrlich, Freunde, nachdem ich am gestrigen Tag im Teletext wieder einmal erfahren habe, dass das MERCER Institut sich nunmehr zum 8.Mal in Folge dazu entschlossen hat, Wien zur lebenswertesten Stadt der Welt zu küren, sie erinnern sich, in den letzten Jahren machten sich die Zeitungen meist darüber lustig, da habe ich mich entschlossen, einmal Grundlagen Forschung zu betreiben. Wien die lebenswerteste Stadt der Welt? Warum?

Denn: Meine zynische Behauptung, die zahlreichen Schulden der Stadt Wien würden daher rühren, dass wir jedes Mal dafür bezahlen würden, lebenswerteste Stadt der Welt zu werden und jedes Jahr koste dies mehr, sind mit höchster Wahrscheinlichkeit reiner Sarkasmus.

Auch wenn ich zugebener Massen, dann wenn ich diese Meldung höre, jedes Mal darüber erstaunt bin, weil ich

.) von Jahr zu Jahr mehr Bettler auf Wiens Straßen sehe,
.) weiß das eine Vielzahl von Geschäften auch in sogenannten Bestlagen (siehe Maria Hilferstrasse) inzwischen leer stehen und
.) die Geschäftstreibenden darüber klagen, dass mit Juni, dann wenn die Registrierkasse endgültig Pflicht wird, ein weiteres Klein- und Mittelunternehmer Sterben auch Wien erschüttern wird.

Die Pleite des Zielpunkts, als eine der größten Lebensmittel Ketten des Landes, wohl auch wieder einmal deutlich zeigte, wie angeschlagen die Wirtschaft in Österreich insgesamt ist. Das die Kaufkraft der Menschen wohl eher zu wünschen übrig lässt.

Man sich die statistischen Zahlen über Wien weder im Bezug auf Verschuldung, noch im Bezug auf Arbeitslose, noch im Bezug auf Privat- oder Firmenkonkurse überhaupt anschauen braucht, um zu wissen: Österreich, nein vor allem Wien, hat die allergrößten Probleme.

Und dennoch sehe ich eine Möglichkeit, was MERCER dazu veranlassen könnte, Wien zur lebenswertesten Stadt der Welt zu küren. Auch ohne Bezahlung. Dann nämlich, wenn man sich ausschließlich auf den Baustil der Stadt bezieht. Und da, da ist Wien wahrscheinlich wirklich einzigartig.

Keine andere Stadt der Welt ist für den Fremdenverkehr so gut vorbereitet wie Wien. Ob Schönbrunn, Belvedere, Hofburg, Oper, Burgtheater, Karlskirche, Stephansdom, Riesenrad oder auch UNO City. Alles wunderschöne Bauten, auch wenn die Meisten davon schon aus der Kaiserzeit stammen. (Übrigens auch das Riesenrad. Das wurde 1897 gebaut)

Eine Zeit, in welcher die Menschen wohl noch mehr auf Stil schauten, aber auch enger zusammenrückten. Gemeinsam in großen Bauten lebten. Eine Überlegung, die mich an einen meiner Liedertexte erinnerte:

Mei oldes Wien, wo bist gblieben,
ich hab Dich so lang vermisst,
an Hörbiger, an Moser,
an Figl, an Raab,
und werst aller gwesen bist.

Die hobn unsern Herrgott gkannt,
net als Bild, net als Kreuz an der Wand,
die haben erm leben gesehen,
und begannen deranst zu verstehn.

Wien, Du Stadt Gottes, mit Sehnsucht nach Einheit,
wo Völker sich hobn vereint,
was ist heute geschehen, wo bist Du geblieben,
ich hab oft drüber gweint.

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Über Hans-Georg Peitl, Präsident

.) Präsident des Ordo templis laborate - Die Templer - Gesellschaft christlicher Journalisten/innen .) Obmann der Christlich Liberalen - der klassisch-liberalen (Satire-) Volkspartei .)Herausgeber des Liberalen Boten
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