Ein offener Brief an Bundeskanzler Werner Faymann (heute auch ergangen als Anfrage an den Bürgerservice des Bundeskanzleramts)

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Werner Faymann,

Bei meinen Recherchen im Bezug auf die Beendigung der Monarchie in Österreich, notwendig geworden, weil mein Bruder behauptet er wäre Ingmar von Österreich, was wiederum die Freidemokraten, für die ich am 11.10.2015 als Spitzenkandidat im 6. Wiener Gemeindebezirk zu den Wien Wahlen antrat, etwas irritierte, bin ich nunmehr auf einige Punkte gestoßen, die auch bei mir Fragen aufwerfen:

Zwar finde ich

.) in den britischen Aufzeichnungen über die österreichisch-ungarische Armee bis in das Jahr 1927, also lange über den Tod Karl des Ersten am 1.April 1922 hinaus Verleihungen des Maria Theresien Ordens (27.6.1922 an meinen Urgroßvater den Edlen Viktor Weber von Webenau, 1924 an die Familie Trapp; offensichtlich verliehen durch den letzten Habsburger Kaiser Österreichs Otto von Habsburg)

Britsches Archiv über die verliehenen Maria Theresien Orden

.) Finde ich die Bestätigung der Ansicht, dass Karl der Erste als Kaiser niemals zurückgetreten ist, durch die Aussage Karl des I. festgehalten im Wikipedia, dass dieser Österreich 1919 mit den Worten, „Der Kaiser verlässt das Land“ verließ, was wohl wiederum nur bedeuten kann, Karl der Erste willigte zwar am 1.Oktober 1918 auf die Pillersdorfsche Verfassung ein, verzichtete auf die neoabsolutistischen Ambitionen, nicht aber auf die Kaiserwürde

.) Finde ich wie gesagt auch nach dem Tod Karl des Ersten noch Verleihungen des Maria Theresien Ordens, was wiederum belegt, dass Kaiser Karl der Erste sein Amt in der Folge auch aus dem Exil ausübte und an seinen Sohn, Otto von Habsburg, weiter vererbte

.) Finde ich diese Verleihungen bis in das Jahr 1927, was, da der Maria Theresien Orden nur an k. & k. Militaristen verliehen werden konnte, den Bestand der k. & k. Armee bis zu diesem Zeitpunkt, lange also nach der 1920er Verfassung, ja selbst nach dem Habsburger Gesetz, bestätigt.

Ein Orden der übrigens vererbbar, die Rechte in der Folge an die Erben, in unserem Fall vom Edlen Viktor Weber von Webenau an Otto Behaghel von Flammerdinghe und von dort an mich, an den ältesten Erben Ottos übertrug.

.) Finde ich aus dem Jahr 1961 die Unterschrift der Habsburger, dass diese auf ihre Familierechte, also auf die Dynastie verzichteten. Otto von Habsburg also offensichtlich als Kaiser abdankte. (erfolgte zur Zeit ihres Amtsvorgängers Bruno Kreisky)

Finde aber keine Unterschrift irgendeines amtierenden Habsburgers auf der Bundesverfassung von 1920.

Es stellen sich mir daher folgende Frage:

.) Wann und auf welchem Weg erlangte die Verfassung von 1920 jemals wirklich Rechtskraft, oder beruht das gesamte Staatssystem Österreichs in Wahrheit bis heute auf der „Pillersdorfschen Verfassung“?

.) Wen dem so wäre, wie weit besitzen die Verträge Österreichs international eigentlich Rechtskraft, da diese ja alle in der Annahme geschaffen wurden, dass die Verträge von österreichischen Amtsträgern unterzeichnet würden, die allerdings in der Pillersdorfer Verfassung vollkommen anders tituliert sind?

.) Da kein Amt eines Bundespräsidenten in der „Pillersdorfer Verfassung“ vorgesehen ist, stellt sich für mich auch die Frage, wie sinnvoll eigentlich eine Bundespräsidentenwahl ist?

Da ich selbst ja in dieser Richtung immer wieder gefragt werde, verbleibe ich in der Hoffnung, einer möglichst raschen Beantwortung meiner Fragen

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Peitl
Präsident des
Ordo Templis Laborate

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Über Hans-Georg Peitl, Präsident

.) Präsident des Ordo templis laborate - Die Templer - Gesellschaft christlicher Journalisten/innen .) Obmann der Christlich Liberalen - der klassisch-liberalen (Satire-) Volkspartei .)Herausgeber des Liberalen Boten
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