Ein Tag im Leben eines rasenden Reporters

„Ob ich mir schon einmal überlegt hätte, etwas Anständiges zu arbeiten,“ fragt mich ein Universitätsprofessor der Wirtschaftsuniversität am gestrigen Tag, welchen ich bei meiner Crawding Tätigkeit, sprich in der Zeit, in welcher ich unsere Zeitung und damit zahlreiche Sozialprojekte finanziere, in dem ich von Geschäft zu Geschäft eile, um die Unternehmer darum zu ersuchen, uns bei der Herausgabe unserer Zeitung zu helfen über den Weg laufe, und dann fragt er weiter. „Was treibt ihr eigentlich?“ 

Ich schaue kurz auf die Uhr. Denke darüber nach, ob ich ihm aus unserer Arbeit erzählen möchte. Da es aber gerade 16:30 Uhr geworden ist und ich daher sowieso knapp vor der Rückkehr ins Werk stehe, der Außendienst für den aktuellen Tag langsam zu Ende geht, beschließe ich, mir die Zeit zu nehmen, ihm unserer Arbeit einmal zu erklären.

Der Tagesablauf eines rasenden Reporters

Also: Wie jeden Tag bin ich auch am gestrigen Tag wieder einmal um 4 Uhr morgens aufgestanden, habe mich erst rasiert und gewaschen, nebenbei das Wasser warm gemacht um meinen Kaffee zu kochen und eine Banane gegessen. Dann habe ich den Fernseher gestartet und den Teletext gelesen um dann den Computer hochzufahren und zuerst einmal meine E-Mails zu bearbeiten.

Gute 200 Stück, der diversesten Zeitungen, Gruppierungen und Menschen aus aller Welt.  Meine neuen Freunde auf LinkIn bestätigt und mir den Twitter angeschaut.

Habe gleichzeitig darüber nachgedacht, welche Nachrichten wichtig genug wären, um sie in unsere Beilagen zu übernehmen. Und worüber ich selbst, nunmehr seit 14 Jahren Tag für Tag, wieder einmal schreiben könnte. Welche Story wohl diesen Tag krönen würde.

Habe dann mein Thema gewählt, die Stoffsammlung aktualisiert und hieraus meinen Artikel verfasst. Diesen veröffentlicht. Die Beilagen gestaltet. Geeignete Fotos ausgesucht. Hochgeladen. Und die Artikel gesetzt. Und mich dann in das Facebook begeben, um auch die gestrige Ausgabe wieder zu bewerben.

Habe die Buchhaltung gemacht und mir das Alexa Ranking des österreichischen Boten angeschaut, welches nach einer längeren Pause, die ich letztes Jahr dafür nahm, den Liberalen Boten zu kreieren, damals als ich zu den Wien Wahlen antrat, zugegebener Massen sehr zusammengesackt ist. Eines sollte man sich bewusst machen: Um ein gutes Alexa Ranking zu haben, da braucht man Zeit. Schön, dass es inzwischen, wenn auch langsam, aber doch wieder steigt.

Um 9 Uhr entscheide ich dann, dass mein heutiger Innendienst für die Früh beendet ist, dann nämlich, als mein Telefon ertönt und Johannes Hermann fragt, ob ich Sonntag in der Nacht Zeit für ein Treffen mit einem Bundesheer Offizier hätte. Ich schlucke. Denn: Die Zeit in der Nacht die brauche ich wirklich zum Schlafen.

Montags muss ich ja schon wieder ab 4 Uhr früh im Einsatz sein.

Und als wenig später eine SMS von Gregor Ulrich eintrudelt, ich solle mich doch bitte auch mit um die Gestaltung der neuen Wanderausstellung „Inlandsmission in Österreich“ kümmern, einige Bilderrahmen besorgen,  frage ich mich, woher ich diese Zeit auch noch nehmen sollte. Ich mache mich also auf den Weg.

Verzichte wieder einmal auf den von mir ursprünglich geplanten Weg zum Fotografen und zum Passamt, um meine Dienstreise nach Bulgarien im April vorzubereiten.

Denn: Den Konflikt zwischen den Türken und den Russen, den kann man bestimmt nirgendwo besser verstehen, als dort.

Ich mache mich also auf den Weg. klappere in den Straßen Geschäft nach Geschäft ab, denn, damit unsere Arbeit funktioniert, da brauchen wir schließlich auch Geld. Die Provider wollen bezahlt werden. Die Utensilien für die Ausstellung finanziert. Und, wie ich später erzählen werde, die Sozialfälle betreut. Geld, welches erst einmal woher stammen muss.

Rede mit Menschen aus allen Ländern und das ist gut so, denn so erfahre ich seit vielen Jahren, was die Unternehmer denken. Hole mir als rasender Reporter die Stories direkt von der Strasse. Dort entscheidet sich, was am nächsten Tag von meiner Seite her im Österreichischen Boten steht.

„10.000 Kinder sind verschwunden,“ meint der Eine, „organisierter Organhandel?“

„Die hetzen den Islam und die Christen aufeinander“, meint ein Anderer „und zuletzt gewinnen dabei die Zionisten.“

„Die Flüchtlinge sind keine Flüchtlinge, sondern nur amerikanische Soldaten“ meint der Leiter einer Moschee, „Schau Dir einmal das Dollarzeichen an. Da steckt doch das Wort ISIS drinnen?“

Mein Gott, denke ich mir, ist dieses Land rechts geworden. Frage mich, was wohl passieren würde, wenn man solche Stories wirklich schriebe.

Frage mich, was wohl der AUGUSTIN Journalist, der uns erklärt, er würde demnächst einmal über uns schreiben wollen, zu unserer Arbeit zu berichten weiß.

Aber es gibt auch Geschichten, die mich durchaus interessieren.

Türken und Russlandfrage

„Die Türken wollen gar keinen Streit mit den Russen,“ erzählt mir zum Beispiel ein türkischer Geschäftsmann, „Wir werden nur von der NATO unter Druck gesetzt. Den Streit wollen in Wahrheit die Amerikaner.“

Erscheint mir logisch. Denn: Seitdem der kalte Krieg zwischen den USA und Russland zu Ende ging, fehlen der amerikanischen Waffenlobby die Absatzmärkte. Und deshalb, so hat mir unlängst selbst ein Amerikaner erzählt, initiert man von amerikanischer Seite Krieg um Krieg.

Stelle mir die Frage, wie sich die Verschärfung der Waffengesetze in den USA durch Obama, wohl auf den Weltfrieden auswirken mag.

Es gibt also Themen, die man hört und im Normalfall gleich wieder vergisst und andere, die Frieden fördernd sein könnten. Über die man länger ventiliert.

Bis ich, dann um 16:30 wie gesagt, auf den Universitätsprofessor der Wirtschaftsuniversität stoße, der mich freundlich fragt, ob ich denn nicht etwas Sinnvolles arbeiten könnte? Frage mich, ob er wohl das Jobangebot bei der pressTV meint. Denn für mich ist an diesem Tag in Wahrheit erst Halbzeit.

Sozialarbeit und wofür wir die Gelder verwenden

Als ich wenig später nämlich nach Hause komme, Gott sei Dank wohne ich ja in unserem Verlag, da berichtet mir meine Frau, welche von uns betreuten Sozialfälle, welche Wohnungseinrichtungsgegenstände in ihren Wohnungen bräuchten und ich beginne mit dem dritten Teil meiner Arbeit. Der Suche nach Gegenständen in willhaben.at und amazon.de Kurz unterbrochen von der Zeit für die Essen Aufnahme. Nudeln mit Zucker. Eine meiner Lieblingsspeisen.

Eine Arbeit, die mich letztendlich bis kurz vor Mitternacht in Anspruch nimmt. Bis ich, so wie die anderen 6 Tage in der Woche auch, nun am Wochenende da ist es besser, denn da besuchen wir Flohmärkte und kümmern uns auch um unser Privatleben, wieder einmal müde in die Federn sinke.

Und noch einmal über die Worte des Universitätsprofessors vom Nachmittag nachdenke. Ich solle doch etwas Anständiges arbeiten.

Vielleicht Etwas, wo mir mehr vom Leben bleibt?

Über Hans-Georg (von Webenau) Peitl, Präsident

.) Präsident des Ordo templis laborate - Die Templer - Gesellschaft christlicher Journalisten/innen .) Obmann der Christlich Liberalen - der klassisch-liberalen (Satire-) Volkspartei .)Herausgeber des Liberalen Boten
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Eine Antwort zu Ein Tag im Leben eines rasenden Reporters

  1. Harald Matschiner schreibt:

    hi hallo
    Mächtiges Programm, dass Du da Tag für Tag „abspulst“, chapeau …..

    Wie wärs da mal mit URLAUB, zb. URLAUB in ISRAEL

    ❤ PEACE ❤
    LG
    harald alias peacemaker
    http://menschen21.wordpress.com

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