Pressezensur, nein DANKE!

„Was eigentlich ein Journalist von der Pillersdorfer Verfassung habe,“ hat mich am gestrigen Tag Einer gefragt und wollte mich damit wohl an meine eigentliche Aufgabe, den Journalismus erinnern. Dürfte aber ein wenig darüber überrascht gewesen sein als ich meinte: „Die Pressefreiheit“.

Aus der Pillersdorfer Verfassung:

§ 19. Die Freyheit der Rede und  Presse ist nach vollkommener Auflassung der Censur durch die Verfassungsurkunde gesichert. Die Bestrafung der Mißbräuche wird durch ein von dem ersten Reichstage zu erlassendes Gesetz geregelt werden.

Tatsächlich ist es nämlich so, dass Journalisten in den Jahren von 1848 bis 1920 deutlich mehr Pressefreiheit besaßen als heute. Da gab es keine Political Correctness und keine Themenvorgaben. Da galt noch der Freie Journalismus.

Es waren Zeiten in denen Journalisten frei schreiben durften. Anders als heute. Eine Zeit in der ich  inzwischen 10 Berufskollegen kenne, die darunter leiden, dass sie sich eins getraut haben: Sie schrieben die Wahrheit.

Sie hatten sich getraut schon vor 5 Jahren über die Terrororganisation „Islamischer Staat“ zu berichten und hierauf ihre Anstellungen bei ihren Zeitungen verloren. Teilweise sogar Strafverfolgungen, ja sogar Verurteilungen erhalten.

Zugegeben: Diese Organisation war damals noch nicht so aktiv. Aber: Wehret den Anfängen!

Und was mich an der Sache bis heute stört:

Diese Journalisten sind bisher, lange nachdem man weiß, dass sie die Wahrheit geschrieben haben, die Terrororganisation „islamischer Staat“ tatsächlich existiert, immer noch nicht rehabilitiert.

Bis heute bestraft für echten und sauberen Journalismus.

Das ist nur eines der Beispiele, warum der Journalismus, warum die Politik in Österreich nicht mehr richtig funktioniert.

Ich kenne zum Beispiel andere Berufskollegen, die sich darüber beklagen, dass ihnen die Blätter für die sie arbeiten vorschreiben, dass sie sich peinlichst genau an die Themen der APA zu halten haben. Ansonsten wäre die Presseförderung gefährdet.

Nun ja, was eine Presseagentur ist, dass weiß ich ja: Eine Stelle, die wertfrei alle Informationen einsammelt und dann verteilt.

Und was eine Redaktion ist, nun, dass weiß ich auch: Eine Stelle die festlegt, welche Artikel in der nächsten Ausgabe erscheinen.

Was aber die Redaktion einer Presseagentur ist?  Eine Stelle, welche festlegt, welche Artikel bei einer Presseagentur erscheinen?

Oder: Da kenne ich Menschen, die beim ORF arbeiten und sich darüber beklagen, dieser wäre politisch geprägt. Man wäre bei politischen Interviews verpflichtet, sich an die Vorgaben zu halten.

Wundert mich daher nicht, dass das Volk dann immer nur die Hälfte von den notwendigen Informationen erhält. Die Politik vollkommen einseitig wahrnimmt.

Nicht erfährt, wer da eigentlich wofür zu den Wahlen antritt. Welche Ziele Kleinparteien zum Beispiel verfolgen.

Über die Parteien aus den Medien immer nur erfährt, wer nun die Guten und wer die Bösen sind. Das dies die Medien schon im Voraus definieren.

Und das stört mich, weil ja der Journalismus damit schwerlich im Sinne von Dr. Dr. Günther Nenning, als vierte Kraft des Landes bezeichnet werden kann.

Wundert es da, dass sich so mancher Wissende dann die Rückkehr zu einer Verfassung wünscht, in welcher die Pressezensur ausgeschlossen war? Man seiner Arbeit als Journalist einfach frei nachgehen konnte?

Damals, als noch der Kaiser regierte.

Über Hans-Georg (von Webenau) Peitl, Präsident

.) Präsident des Ordo templis laborate - Die Templer - Gesellschaft christlicher Journalisten/innen .) Obmann der Christlich Liberalen - der klassisch-liberalen (Satire-) Volkspartei .)Herausgeber des Liberalen Boten
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