Monarchie in Österreich: Zusammenfassung

Österreich demokratische Republik oder Republik nach Schlegel? Das ist die Frage.

Nachdem man mich im Sommer 2015 von Seiten der Freidemokraten, einer klassisch-liberalen Partei für die ich am 11.Oktober für die Wiener Gemeinderatswahlen antrat, darum ersuchte, der Behauptung meines Bruders nachzugehen, er wäre Ingmar von Österreich, möchte ich die von mir recherchierten Ergebnisse hiermit noch einmal zusammenfassen.

Die Behauptung meines Bruders er wäre Ingmar von Österreich ist zwar nicht unmöglich, aber eher unwahrscheinlich, da sie auf der Behauptung beruhen,

.) die Bürgerservice von Ministerien, welche wohl ihrer Ansicht nach auf der Bundesverfassung von 1920 bestehen, hätten ihm dies bestätigt

.) Der Edle Victor Weber von Webenau wäre König von Ungarn gewesen

.) Kardinal Schönborn hätte für Ingmar eine Krönungsmesse zelebriert.

Nichts von all dem ist bei genauerer Begutachtung wirklich haltbar.

Allerdings ist, wie gesagt sein Anspruch unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich.

Nicht unmöglich, weil Karl der Erste, so das Wikipedia im Jahr 1918 zwar auf die Regentschaft nicht aber auf die Kaiserwürde verzichtete, nachgewiesener Massen nach 1918 seinen Amtsgeschäften in Form von Verleihung von Orden noch nachkam.

Siehe die Liste der Maria Theresienordensträger aus den Aufzeichnungen der Briten, welche klar belegt: Der Maria Theresien Orden, die höchste Auszeichnung, die Fortitudini, der österreichisch-ungarischen Armee wurde bis in das Jahr 1927 in allen drei Formen verliehen.

Maria Theresien Orden der österreich-ungarischen Armee

Die Grundvoraussetzung hierfür muss wohl gewesen sein, dass zwar der Kaiser Karl der Erste auf die Regentschaft, nicht aber auf die Kaiserwürde verzichtet hatte, dies bestätigt auch Wikipedia unter dem Artikel über Karl den Ersten, durch den Verzicht also de facto nur die österreichische Bundesverfassung von 1848 wieder in Kraft trat, als auch, dass die k. & k. Armee zu diesem Zeitpunkt noch existierte. 7 Jahre nach in Kraft treten der Österreichischen Bundesverfassung von 1920.

Pillersdorfer Verfassung

Die Kaiserwürde also unangetastet blieb. So dass sich hieraus auch der Landesverweis der Habsburger bis in das Jahr 1961 erklärt. Das Jahr in welchem Otto von Habsburg für die gesamte Dynastie auf den Machterhalt verzichtete.

Dies würde aber bedeuten, dass hätte man im Jahr 1920 eine neue österreichische Bundesverfassung beschlossen, auch die Unterschrift von Karl dem Ersten zur Rechtskrafterlangung notwendig gewesen wäre.

Die Monarchie endete also zweifelsfrei nicht, da durch das Fehlen der Unterschrift, die 1920 Verfassung de facto niemals in Kraft trat. Es trat stattdessen die Pillersdorfer Verfassung von 1848 wieder in Kraft. Die zweifelsfrei einmal bis zum zweiten Weltkrieg ausschlaggebend blieb.

Auch die Behauptung, die Monarchie hätte mit dem Anschluss an Deutschland vor dem zweiten Weltkrieg geendet ist wohl unrichtig, da man ansonsten nach dem zweiten Weltkrieg keine Reperationszahlungen von Österreich einfordern hätte dürfen.

Ja die von Bruno Kreisky von den Habsburgern 1961 eingeforderte Verzichtserklärung auf den Machtanspruch, diesmal offensichtlich der Verzicht auf die Kaiserwürde, also die Abdankung der Dynastie, unnötig gewesen wäre. Hätte nicht auch zu diesem Zeitpunkt immer noch die Pillersdorfer Verfassung gegolten. Die einen Kaiser vorsah. Nun, wie wir wissen verzichtete Otto Habsburg auf die Dynastieansprüche, nicht auf den Erhalt der Verfassung.

Diese besagt, dass bei einer Beendigung der Monarchie durch das Kaiserhaus, sprich Aussterben der Familie Habsburg oder aber Verzicht auf die Dynastie der ranghöchste Offizier der k. & k. Armee die Aufgabe der Wiedereinsetzung einer Dynastie übernimmt.

Zur Zeit der Beendigung der Aktivitäten der k. & k. Armee dürfte dies de facto der Generalfeldmarschall Edler Victor Weber von Webenau, seines Zeichens Träger des Maria Theresien Ordens und Leiter der Waffenstilstandskommission mit Italien gewesen sein. Spätere Aktivitäten der k. & k. Armee scheinen nicht mehr auf.

Einem Orden, der laut Wikipedia zweifelsfrei vererbbar und nur an Militaristen vergeben werden durfte, de facto also die Erben Victors, nicht nur in den Adelsstand, die Ritterwürde, sondern auch in den Dienst der k. & k. Armee erhob.

Militär-Maria-Theresien-Orden

Als Rechtsnachfolger des Edlen Victor Weber von Webenau scheint nach dem frühen Tod Norbert Weber von Webenaus (gefallen in Galitien 1914) und dem Kaiserjäger Guido Weber von Webenau (1887 -1951, Apotheker und Kaiserjäger wie sein Vater in Innsbruck), der leider kinderlos verstarb Otto Behaghel von Flammerdinghe, geborener Otto Freiherr von Saal auf, der einer adeligen Lieson des Jahres 1905 des Edlen Victor Weber von Webenau entstammt.  

Der Geburtsurkunde Ottos ist zweifelsfrei zu entnehmen, dass dieser auf Schloss Neuhaus in Kärnten geboren wurde. Über die zu dieser Zeit geführten Ehe von Victor mit Anna Hebenstreit ist de facto eigentlich wenig bekannt. Offensichtlich ist auch diese Ehe kinderlos geblieben.

Der später getragene Name Otto Behaghel von Flammerdinghe übrigens dürfte sich aus einer Ehrerweisung an den deutschen Germanisten Otto Behaghel (verstorben 1922) und auf die alte Templerstadt Flammerdinghe in Flamen zusammensetzen, welcher wiederum aus der Zeit der Mitgliedschaft bei der Thule in Mödling (Templer Ritterorden) herrühren dürfte.

Otto Behaghel

Jedenfalls ist es im Jahr 1961 und Folgejahren, also nach dem Macht Verzicht auf die Kaiserwürde durch die Habsburger zu zahlreichen Treffen Bruno Kreiskys und Otto Behaghels zur Südtirolfrage gekommen. Es steht also außer Zweifel, dass Bruno Kreisky Otto Behaghel als Nachfolger des Edlen Victor Weber von Webenau, dem ehemaligen Leiter der Südtirol Kommission, respektierte.

Kreisky erhebt Otto Behaghel sogar zum Ehrensozialisten, obwohl dieser niemals Mitglied der SPÖ gewesen ist, sondern Zeit seines Lebens und das weiß ich aus erster Hand, Otto Behaghel war mein Grossvater, Monarchist geblieben ist.

Überlegt zur Klärung der Südtirol Frage, welche ihm als Außenminister ein besonderes Anliegen ist, sogar die Anerkennung der Pillersdorfer Verfassung bzw. des dänischen Models der Monarchie.

Bruno Kreisky

Eine Verfassung, welche, meine Meinung nach, da der 1920 Bundesverfassung zweifelsfrei die Unterschrift Karl des Ersten fehlt, sowieso bis zum heutigen Tag Gültigkeit besitzt.

Als Otto Behaghel von Flammerdinghe 1995 verstirbt, vererbt er all seine Rechte nicht an seine Tochter Mag. Prof. Helga Peitl, geborene Behaghel von Flammerdinghe (von Saal), die den bürgerlichen Dipl. Ing. Georg Peitl geheiratet hat, sondern setzt direkt seine Enkel, Hans-Georg Peitl (geb. 1967) und Ingmar (geb. 1970) als seine Erben ein. Meiner Meinung nach, damit die Adelslinie nicht verloren geht. Der Maria Theresien Orden in der Familie verbleibt.

Die Frage der Freidemokraten, ob der Anspruch meines Bruders also gerechtfertigt ist, kann daher nur mit möglich, aber nicht sicher beantwortet werden, weil hierzu einige Kriterien zu klären wären.

  1. Stimmen tut, dass nach Pillersdorfer Verfassung der ranghöchste Militarist die Nachbesetzung des Kaisers im Falle eines Ausscheidens des amtierenden Kaiserhauses vornehmen müsste. Da Otto Habsburger für das Haus Habsburg in Jahr 1961 auf die Kaiserwürde verzichtete, dass war Grundbedingung für die Rückkehr  nach Österreich, wäre dieser Passus also 1961 in Kraft getreten.
  2. Ebenso sicher ist, dass die Verfassung von 1920 niemals in Kraft getreten ist, weil ja die Habsburger nachweislich erst 1961 auf die Kaiserwürde verzichteten. Karl der Erste nach 1920 noch Amtshandlungen, wie die Verleihung von Orden durchführte.
  3. Die Pillersdorfer Verfassung, welche durch seinen Regentschaftsverzicht von 1918 wieder in Kraft trat ist daher unserer Meinung nach bis heute gültig.
  4. Sicher ist, dass mein Bruder sich keinstenfalls selbst zum Kaiser erklären kann, da die Rechtsnachfolge immer dem ältesten Erben zusteht und das bin zweifelsfrei ich und nicht Ingmar.
  5. Ebenso zweifle ich an, dass die Nachbesetzung anders als beim Aussterben der Babenberger, damals wurde die Rechtsnachfolge durch Wahl beschlossen, erfolgen sollte. Richtig wäre, dass sich sämtliche Adelsfamilien überlegen würden, wer nun eigentlich um die Gültigkeit der Bundesverfassung nach Pillersdorfer wieder herzustellen, die Rechtsnachfolge der Habsburger übernehmen sollte.
  6. Es wäre aber auch zu klären, vielleicht auch möglich, ob die Annahme seit 1920 auf Basis einer zwar rechtsungültigen, aber doch von allen akzeptierten Bundesverfassung zu regieren, nicht inzwischen ein Gewohnheitsrecht ausgelöst hat.
  7. Große Unterschiede zwischen der Verfassung von 1920 und der wahrscheinlich nach wie von Rechtswegen gültigen Pillersdorfer Verfassung von 1848 gibt es eigentlich nicht. Auch damals war bereits die Mitbestimmung des Volkes und die Ministerien vorgesehen.

Die Frage also: Ist Österreich daher eine demokratische Republik oder eine Republik nach Schlegel?

Bzw. Kann eine Verfassung nach 30 Jahren durch Gewohnheitsrecht Rechtsgültigkeit erlangen?


Zugegeben ich weiss es nicht. Sicher bin ich jedenfalls:

Der Maria Theresien Orden, die Gemeinschaft der k. & k. Militaristen, der besteht bis heute. Auch wenn wir, Dank Otto Behaghel von Flammerdinghe, so sein Templername, inzwischen Templer geworden sind.

 

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Über Hans-Georg Peitl, Präsident

.) Präsident des Ordo templis laborate - Die Templer - Gesellschaft christlicher Journalisten/innen .) Obmann der Christlich Liberalen - der klassisch-liberalen (Satire-) Volkspartei .)Herausgeber des Liberalen Boten
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