Standpunkt zur EU-Frage

„Eigentlich habt ihr am gestrigen Tag gar nicht Stellung zu 20 Jahren Österreich in der EU genommen“, hat mich einer unserer treuesten Leser per E-Mail wissen lassen und scheint wohl darauf gehofft zu haben, nunmehr ein klares Statement pro/contra EU zu hören. Ganz ehrlich, Freunde, dass wird man nicht bekommen und das hat einen guten Grund.

Für mich gibt es die EU in der Form, wie man sie mir vorgestellt hat nicht.

Als ich mich 1995 begann mit dem Europagedanken zu befassen, da machte man mich darauf aufmerksam, dass es sich bei der EU um ein christliches Friedensprojekt handeln würde, welches sich gleichzeitig für die Armutsbekämpfung einsetzt. Ja, das christliche Werte gefördert werden würden. So eben wie Schmidt mit seinem Kreuzverbot?

Wenn sie das wirklich sein will, nun, dann hat sie ihre Arbeit schlecht gemacht.

Denn heute haben wir alleine in Österreich 2,1 Millionen Menschen an der Armutsgrenze und Frieden scheint es auch dort nicht zu geben, wo die EU der NATO Waffenkoningente zur Verfügung stellt. Dafür befinden wir uns, etwas was Österreich seit 1945 nicht mehr hatte, mit Russland in einem Krisenzustand.

Hätte es sich also um eine Deutschschularbeit gehandelt, die ich zu meiner Schulzeit abgegeben hätte, ich hätte ein klares „Nichtgenügend“ wegen einer Themaverfehlung erhalten.

Dazu kommt, dass die EU eine der zwei Institutionen ist, die so wie Obama, einen Friedensnobelpreis erhalten hat, ohne das mir jemals wirklich bewusst geworden wäre wofür. Ich wüsste nämlich derzeit keinen Ort, wo durch die EU Frieden entstanden wäre. Weder intern noch extern.

Bekanntlicherweise prägt mich ja der Gedanke aus Matthäus 5,9:

Matth. 5,9
Selig sind die Friedensstifer, denn sie werden Kinder Gottes heissen.

Was also soll ich beurteilen.

Lk 6,37
Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben.

Beglückwünschen kann ich die EU jedenfalls nicht. Oder hätte ich Österreich gratulieren sollen?

Ich habe also das getan, was in meinen Augen möglich war: Ich habe geschwiegen.

Doch obwohl:

Lk 19,40
Er antwortete und sprach: Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.

Amen.

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